Betrifft: Haus Rothschild – Vermischte Nachrichten von 1823-1844

Die Brüder v. Rothschild wollten sich zu einer gemeinsamen Berathung zu Paris versammeln. Salomon v. Rothschild, der älteste der Brüder, welcher gewöhnlich in Wien wohnt, traf vor Kurzem in Frankfurt ein, um die Reise nach Paris anzutreten. Samuel v. Rothschild, Chef des Hauses in Frankfurt, hat sich zu gleicher Zeit dahin begeben, und Moses v. Rothschild, Chef des nämlichen Hauses in London,…


Leipziger Zeitung – 30. Juli 1823 – Seite 1772

…traf von dort daselbst ein, wo der jüngste der Brüder, James v. Rothschild, als Chef des Pariser Hauses, wohnt. Neben den Geldangelegenheiten sollten auch Familienangelegenheiten in Ordnung gebracht werden. So wird eine eheliche Verbindung zwischen der Tochter des Salomon v. Rothschild mit James v. Rothschild dort zu Stande kommen. Das Heirathsgut, welches die Nichte dem Oheim zubringt, wird zu 1 Mill. angegeben. Außerdem sollen auch Vorschläge zu einer Anleihe zu Gunsten der in Madrid eingesetzten spanischen Regentschaft geschehen.

Österreichischer Beobachter – 23. Oktober 1825 – Seite 1390 (4)

Nachrichten aus Frankfurt zufolge hatte der Freiherr Salomon von Rothschild, bei seiner letzten Durchreise von Paris nach Wien, den Vorstehern der dortigen israelitischen Gemeinde die erfreuliche Erklärung gegeben, daß sein Haus die Kosten für den bevorstehenden Neubau der drei in Frankfurt bestehenden jüdischen Krankenanstalten, und die erneuerte Herstellung ihres Mobiliars allein übernehmen, auch noch zur ferneren Unterhaltung dieser Institute eine jährliche Rente von 3000 fl. in französischen Effecten, widmen wolle. Die wahrscheinlichen Kosten jenes Neubaues werden auf mehr als 100.000 fl, geschätzt.

Österreichischer Beobachter – 2. Februar 1828 – Seite 134 (4)

Se königl. Hoheit der Kurfürst von Hessen haben dem geheimen Finanzrath, Freiherrn Salomon von Rothschild zu Wien, das Commandeur⸗Kreutz zweiter Klasse, und dem geheimen Finanzrath, Freiherrn James von Rothschild zu Paris, das Ritter⸗Kreutz Ihres Hausordens vom goldenen Löwen zu verleihen geruht.

Wiener Zeitung – 27. Februar 1836 – Seite 1

Wien. Se. k.k. Majestät haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 20. Februar d. J., die Errichtung eines k.k. unbesoldeten General⸗Consulates für das Gebieth der freyen Stadt Frankfurt am Main Allerhöchst zu genehmigen, und den Anselm Freyherrn v. Rothschild , Sohn des Freyherrn Salomon v. Rothschild, und Gesellschafter des Bankierhauses M. A. v. Rothschild und Söhne in Frankfurt am Main, zum k.k. General ⸗Consul daselbst allergnädigst zu ernennen geruhet.

Der Adler – 24. Januar 1838 – Seite1

Potpourri aus Paris. Die Bälle und Soireen drängen sich in ununterbrochener Reihe. Das Glänzendste in dieser Art war der Ball bei Herrn James Salomon von Rothschild. An diesem Abend war der Theil des Boulevards  der zur Rue Laffitte führt, für das Publikum gesperrt, und die Wagenreihe bewegte sich langsam nach dem Hotel des reichen Bankiers. Gleich beim Eintritte in diesen Glanz glaubt man sich in eine ferne Zeit versetzt, und wenn Karl IX. oder Katharina von Medicis den Herrn v. Rothschild einmal besuchten, so würden sie wie zu Hause seyn; den, nicht nur der Reichthum, sondern auch die Gewohnheiten ihrer Zeit sind hier zu finden, und Möbel, Musik, Speisen, ja selbst der Tanz sind im Geschmack des sechszehnten Jahrhunderts. (N C.)

Wiener Zeitung – 23. August 1839 – Seite 1185 (3)

Der kaiserl. Russische Gesandte dahier, Hr. v. Dubril, verweilt noch im Bade Kissingen. Baron James von Rothschild wird noch im Laufe dieses Monaths dieses Bad verlassen,- und hier einen kurzen Aufenthalt nehmen. Baron Salomon v. Rothschild, Chef des Wiener Hauses, traf gestern Abends hier ein.

Der Humorist – 16. September 1839 – Seite 736 (2)

Die Taunuseisenbahn ist auf der Strecke von Frankfurt nach Höchst auf das Imposanteste eröffnet worden. Das Locomotiv »Blitz« führte den Train von 12 Wagen, in welchen sich außer den Direktoren auch äußerst gewählte Gesellschaft befand, binnen 12 Minuten, die Strecke 2 Stunden hindurch. Das Lokomotive war umkränzt, und wurde mit rauschender Musik empfangen. Merkwürdig dabei ist. daß die 4 Brüder, Chefs des weltberühmten Hauses Rothschild: Anselm, Salomon, Carl und James, die sich gerade in Frankfurt befanden, der interessanten Eröffnungsfahrt beiwohnten.

Allgemeine Zeitung des Judenthums – 8. Januar 1844 – Seite 14

Für unsre mährischen Glaubensgenossen wurde einige neue Verordnungen erlassen, nach welchen nurphilosophisch studierte Rabbinen angestellt, Gebete, die im Geruche des Religionshasses stehen, abgeschafft, deutsche Vorträge gehalten, das Schulwesen geordnet und Behufs von Synagogen der Erwerb christlicher Grundstücke gestattet werden solle. In Prag entstand einige Beirrung, indem das in der Christenstadt eröffnete Gewölbe eines jüdischen Kaufmanns geschlossen ward, jedoch wurde sie bald wieder beseitigt. In Wien war es hervorzuheben, daß der Freiherr Salomon von Rothschild, als ihm das Ehrenbürgerrecht von der Stadt verliehen worden, in einem glänzenden Schreiben zu erkennen gab, wie diese Ehre ihn nicht erfreue, da sie ihm nur die Zurücksetzung feiner Glaubensgenoffen in Erinnerung bringe. – Unser theures deutsches Vaterland bietet uns das selbe Schauspiel wie in den vergangnen Jahren. Viele Worte, viele Bemühung, den öffentlichen Geist zu unserm Nachtheile umzustimmen, und wenige Fortschritte. – Die in Karlsruhe vorgefallenen Beschimpfungen von Juden bei einem Vorfall, der diese nicht im Geringsten berührte, sind in lebhafter Erinnerung.

Transkript: Werner Nosko

Betrifft: Haus Rothschild – Vermischte Nachrichten von 1823-1844

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