Nationalismus gegen zentrale Gewalt

 

Aus gegebenen Anlässen ins Land der Tierquälerei geschaut, Ole! Ein hoch geschätzter, profunder Leser und auch Kritiker meiner Aussendungen graduierte mich zum „politischen Tantalos“ (Tantalus).

Eine Ehre oder Lehre?

 

Was läuft ab in Spanien für den „Otto Normalzuschauer“ und begeisterten „Österreich“– und „Heute“-Leser. „Klar, die blöden Katalanen, was glauben’s denn? Richtig, der König muss hart durchgreifen. Endlich wieder ein echter Monarch! Hat eh lang Geduld g’habt. Paar in die Goschen schadet da nicht. Raus die Stöcke und heftig „druff“ auf die Randalierer! Wir wollen keine Subversiven Elemente, nieder mit den Aufwieglern in unserer EU!“ Nur kurz hat man sich bezüglich des energischen Polizeieinsatzes eu-seitig aufgeregt, aber dann formierte man sich schnell wieder gegen die „Separatisten“, die Autonomen, pfeif’ auf die Menschenrechte, Hauptsache Ruhe wird schleunigst hergestellt. Ein Vorgeschmack auf zukünftiges Vorgehen einer konzentrierten EU-Exekutive? Wie auch immer die Tatsachen und Fakten dahinter sind, nichts, nämlich gar nichts rechtfertigt Gewalt!

7 Millionen Katalanen, davon knapp 5,5 Mille wahlberechtigt, davon bisserl mehr als die Hälfte gewählt, davon fast alle „PRO Unabhängigkeit“. Die aktuellen Demos umfassten nicht mehr als 1 Million „PRO Spanien“. Eigentlich stellt sich ein scheinbarer Nationalismus gegen die bereits wörtlich erlebte Königsgewalt. Was da sich wirklich tut, wer welche echten Interessen beiderseitig verfolgt, ist noch im Verborgenen. Auch die Basken nebenan beginnen wieder ein wenig zu rebellieren. Das strengkatholische Spanien beherbergt schon seit Ewigkeiten zwei subversive Glutnester, zwei neuralgische Zonen im Nordosten an den südlichen Ausläufern der Pyrenäen. Zu jener Zeit hat sich auch niemand um diese beiden Bevölkerungsschichten geschert und sie wurden willkürlich den angrenzenden Großkönigreichen auf- und zugeteilt, einmal mit mehr, einmal mit weniger Konzessionen zur Selbstverwaltung.

Mir zeigt es, dass man nichts mit Zwang und Drohung zusammenhalten kann und das ist vielleicht gut so. Da haben auch Götterfrevler keinen Einfluss. Da helfen nur Tantum Verde Lutschpastillen gegen raue Zeiten. Spaß beiseite! Gemeinschaftsgefühl kommt von innen heraus. Wie auch immer man politisch zu diesen Unruhen stehen mag, warum auch immer die Katalanen auf ihre Unabhängigkeit pochen, es rechtfertigt auf keinen Fall, auch nicht „legalisierte“ Gewalt gegen dafür friedlich demonstrierende Menschen!!!

Der tolerierte Widerspruch! Jugoslawien hat man genüsslich in mehrere Kleinstaaten gespalten, da beschwerte sich, da alternierte sich scheint’s niemand, zumindest waren es nicht bedeutend viele! Die EU begrüßte es sogar, nicht überraschend, weil sie es mitforcierte! Tito tot, politische Sprengsätze zünden, Felsblock Jugoslawien weg, leichter handelbare Schotterstaaten her. Alle buhlen um die Gunst der EU. Auch die einst große Tschechoslowakei teilte sich. Und? Hingegen dürfen die Schotten und Waliser sich nicht wirklich vom UK abkoppeln, Nordirland wiederum darf um jeden Preis nicht freien Geleits zu Irland zurück.

Man muss wahrlich ein Idiot sein, wenn man ernstlich an die Methode der Zwangsbeglückung zur langfristigen Volksharmonisierung glaubt; mit oder ohne Teilungseffekt. Und doch passiert sie. Wenn Nationen geteilt oder fusioniert werden „dürfen“, dann nur im Sinn und Betreiben der herrschenden Weltordnung.  Alles Methode… alles nach Plan… teile und herrsche… Brot und Spiele… die alte Software der Macht…

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