Atombomben und Asymmetrien der Schuld

Diego Fusaro – Teil 16

Er beleuchtet anhand der Atombomben („Little Boy“ und „Fat Man„), welche auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, wofür sich die USA bist heute nicht entschuldigte, das Schuld nicht gleich Schuld ist und welchem Zweck diese Bomben unter anderem dienten. 100.000 Menschen wurden dabei auf der Stelle hingerichtet. An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen.

Die Philosophie hat sich das 20. Jahrhundert hindurch sehr mit der Erscheinung der „Atombombe“ beschäftigt. Ich denke, zum Beispiel, unter vielen anderen an Günther Anders und an seine großartig entwickelten Betrachtungen, bezüglich diesem Thema, in seinem Hauptwerk „Die Antiquiertheit des Menschen“.

Und trotzdem soll die Philosophie fortfahren, über die Erscheinung der Atombombe nachzudenken, indem sie, meiner Meinung nach, zumindest das entwickelt, was bis heute ein ungelöstes Problem bleibt. Ich würde noch weiter gehen, indem ich behaupte, dass das Problem der Atombombe, des Abwurfs der zwei amerikanischen Atombomben auf Japan, bis heute fundamentale philosophische Angelegenheit bleibt, um vielleicht großenteils der Abenteuer zu begreifen die ein kurzes Jahrhundert gekennzeichnet haben, mehr als jedes andere voller Unglücksfällen.

Ich werde es in telegrafischer und absichtlich apodiktischer[1] Form ausdrücken.

Dass man es, bis heute, nicht bereut und die Trauer für die zwei Atombomben nicht symbolisiert hat, ist ein beachtenswerter Fakt. Wir haben Auschwitz und die Gulags mit Recht bereut, indem sie als das Böse auf Erden, als zwei der schlechtesten Tragödien, die die Menschheitsgeschichte interessiert haben, gesehen werden, aber wir haben nicht gleichermaßen die zwei Atombomben bereut, die zwar entsetzlich bleiben, aber immer als ein notwendiges Übel gelten, dessen man sich nicht enthalten konnte. Ich glaube dass dies ein sehr fragwürdiges Urteil ist, nicht nur weil sie auf ein schon besiegtes und eingefallenes Japan abgeworfen wurden, sondern auch wegen dieser Legitimation der Atombombe, obwohl sie als notwendiges Übel vorgeschlagen wird, die innerhalb dem 20. Jahrhundert eine Reihenfolge von beachtenswerten Konsequenzen verursacht hat.

In erster Linie, können wir so diese Konsequenzen ausdrücken: die Tat, dass die Bombe, der Bombenangriff, auch in den tragischsten Formen, als eine Art von notwendiges Übel gerechtfertigt wurde, hat das allbekannte Faktum im 20. Jahrhundert verursacht, worauf der Bombenangriff, im Unterschied zu den Gulags oder Auschwitz, nicht als Objekt einer wohlverdienten und totalen Kriminalisierung gemacht wurde, sondern konnte als ein notwendiges Übel angenommen werden und aus demselben Grund in Extremfällen wiederholt werden, sobald die Notwendigkeit wieder erscheint, zum Bombenangriff als notwendiges Übel zu greifen.

Als Beweis gilt die Tatsache, dass man im 20. Jahrhundert weitergemacht hat zu bombardieren, in Korea, in Vietnam, bis zur heutigen Zeit auch im Irak, Afghanistan, Libyen, sodass man eine Art von Ungleichgewicht der Schuld hervorbracht hat, worauf man neben der gerechten und verdienten Verurteilung der Gulags und von Auschwitz, nicht eine ebenfalls gerechte Verurteilung der Atombombe hat fallen lassen, mit der Konsequenz, ich wiederhole, dass sich der Bombenangriff als notwendiges Übel im 20. Jahrhundert und in diesem neuen Abschnitt des Millenniums wiederholt hat.

Die Atombombe, wie wir wissen, war der letzte Akt des zweiten Weltkrieges, aber auch der erste des Kalten Krieges, eine gegen die Sowjetunion gerichtete Kraftprobe, mit dem offensichtlichen Bewusstsein dass die Streitigkeit zwischen den Siegern des zweiten Weltkrieges, den zwei Weltmächten, den restlichen Teil des Jahrhunderts kennzeichnen würde, und deshalb war jene das erste gegen die Sowjetunion gerichtete Muskeln zeigen. Die Atombombe hat all diese Eigenarten gehabt und sie muss von einem philosophischen Gesichtspunkt ausgehen.

Ich glaube es wurde sehr gerechterweise gesagt, dass der Abwurf der Atombombe die erste nach-abendländische Gebärde war. Zum ersten Mal wurden Menschen zum Tode verurteilt, die von Scharfrichtern selbst als unschuldig anerkannt wurden, zum ersten Mal wurde bombardiert, indem man eine Bombe durch eine rein technische Gebärde abwarf, die von jenem technisierten Tier (so nennt es Heidegger in Beiträgen) abgewickelt wurde, das der Mensch des 20 Jahrhunderts ist.

Eine rein technische und nicht politische Gebärde also, durch das das Opfer zum Tode verurteilt wird. Aus diesen Gründen, mit welchem man auch andere nennen könnte, kann sich heute die Philosophie, und die politische Überlegung im Allgemeinen, nicht von der Entwicklung von kritischer Betrachtungen über die Atombombe und die aus derselben abgezweigten Konsequenzen fernhalten.


Transkript:
Werner Nosko
Übersetzung:
Gaetano Marco Latronico

[1] Apodịktisch keinen Widerspruch duldend.



DIEGO FUSARO ist politischer Kommentator; Journalist; Gegner des Kapitalismus; Gegen das europäische Bankensystem und des globalisierten Einheitsdenkens Er widmet sich dem Studium der Philosophie aller Zeiten, vor allem Marx und Gramsci, um ein soziales Projekt zu verwirklichen, um folglich die Aufmerksamkeit der Politiker auf spezifische Programme zu lenken, wo die Priorität das erniedrigte Volk der Erde sein wird, sowie die Berücksichtigung der verschiedenen Kulturen und deren Ausdruck – möglicherweise, wo sie sich entwickelt haben.

Die weltweite Verbreitung, und Übersetzung seiner Botschaften ist ausdrücklich erwünscht.


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