Münchener Akommen: Der Eindruck der Welt

Gewaltig ist der Eindruck, den das Bekanntwerden der Ergebnisse der Besprechungen in München in aller Welt ausgelöst hat. Die aus allen Weltteilen eintreffenden Blätterstimmen vermögen nur ein schwaches Bild von der großen und befreienden Erleichterung zu vermitteln, die in der gespannten politischen Lage eingetreten ist.

 


Der Eindruck der Welt

 

In der Hauptstadt Englands, die für politische Ereignisse besonders feinfühlig ist, wurden, als die ersten Berichte über das Zustandekommen eines Abkommens eintrafen, in den Theatern und Lichtspieltheatern die Vorstellungen unterbrochen. Stürmischer Jubel war die Antwort auf diese Freudenbotschaft.

Auch in Amerika war der Eindruck der Nachrichten aus München ganz ungeheuer. Zum erstenmal seit vielen Jahren dämpfte fast die gesamte amerikanische Presse ihren Hatzgesang gegen Deutschland. Die Berichte der amerikanischen Presse übertreffen in der Aufmachung und im Umfang alle anderen Meldungen; die Begegnung in München wird als das bedeutendste geschichtliche Ereignis seit dem Weltkrieg bezeichnet.

Die Pariser Zeitungen versichern, daß die persönlichen Aussprachen zwischen den vier Staatsmännern so herzlich wie nur möglich gewesen seien. Die Zeitungen heben die freundliche Begrüßung hervor, die dem französischen Ministerpräsidenten in München zuteil geworden ist. Es sei Tatsache, daß es keinen Krieg geben werde, denn das Abkommen von München trage weitgehend sowohl dem Godes-Memorandum als auch dem französisch englischen Plan in der tschechoslowakischen Frage Rechnung.

Tiefen Eindruck und größte Erleichterung haben die Ergebnisse von München in Belgien ausgelöst. Im allgemeinen sind die Zeitungen der Meinung, das Münchener Abkommen stelle einen ziemlich vollständigen Sieg der deutschen Forderungen dar.

In ganz Italien hat die geschichtliche Einigung der vier Großmächte über, die friedliche Revision der tschecho-slowakischen Grenzen und die sofortige Rückkehr der Sudetendeutschen einen ungeheuren Eindruck hervorgerufen. Mit dem Abkommen von München werde, so schreiben die italienischen Zeitungen, im vollen Umfang

das Recht des deutschen Volkes auf Millionen seiner Söhne

feierlich verbrieft, die ein ungerechter Friede ihm entrissen hatte. Die Stunden von München werden

die Geburtsstunden des neuen Europa

genannt, Recht und Gerechtigkeit hätten ohne Waffengang gesiegt. Die Begegnung von München habe in wenigen Stunden eine der abscheulichsten Schandtaten der Tyrannen-Verschwörung von Versailles ausgetilgt.

Auch die japanische Öffentlichkeit und die japanische Presse würdigen die Bedeutung des Viermächteabkommens und den Erfolg der geraden Außenpolitik des Führers und Reichskanzlers. Der japanische Ministerpräsident hat an den Führer und Reichskanzler ein Telegramm gerichtet, in dem er dem Führer zu dem glänzenden Erfolg seiner Politik seinen herzlichsten Glückwunsch verbunden mit der Hochachtung für die Person des Führers und für das gesamte deutsche Volk ausspricht.

Münchener Abkommen: Der Eindruck der Welt

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