Die ewigen Rächer und Vergelter

Entschädigungsforderungen bis zum „Sankt-Nimmerleinstag“ tragen niemals zum ersehnten Weltfrieden bei! Wie viel Generationen noch, bis in die dritte und vierte vielleicht? Oder gleich „Volkshaftung“ (Sippenhaftung neu) bis in alle Ewigkeit?

„Das Gesetz von Saat und Ernte ist ein göttliches Gesetz. Es ist nicht gleichgültig, was unsere Großeltern und Eltern getan haben, was sie gesät haben. Wir und die Enkel und Urenkel müssen das ernten. Wenn in unseren Familien z.B. Befürwortung des Nationalsozialismus, Judenhass, Kommunismus, Streit, Ehebruch, Abtreibung o. ä. war, liegt auf uns und unseren Kindern ein negatives Erbe“ Die Liste der Sünden mit negativem Erbe wird dann noch um okkulte Praktiken, Jähzorn, Bitterkeit usw. verlängert.“

Vorfahrensschuld oder Ahnenschuld

Und genau dieser Meinung bin ich nicht und solches Ansinnen ist nur eine moralische Legitimierung der Blutrache, „Aug um Aug und Zahn um Zahn“ bis in die ixte Erbgeneration… Übrigens, hätte mich ja gewundert, wenn das Wort Kommunismus nicht vorkommt… Mit geht es aber hier im Moment um das ewige „Holocaust-Gejammer“, welches nicht nur mir zum Himmel stinkt. Warum, möchte ich hiermit erklären: Zweifelsfrei hat ein großer Teil der Juden neben anderen Regimefeinden hier in Europa den Horror während der Zeit des Deutschfaschismus um den Zweiten Weltkrieg den Horror pur erlebt und nur wenige ihn überlebt. Selbstverständlich kann nur ein „Unmensch“ oder geschichtspolitischer Ignorant derartiges leugnen oder, noch weit schlimmer, es gutheißen. Da sind wir uns alle einig!

In meinem Generbe-Haushalt kooperieren vorbildlich und ganz friedlich jüdische, serbische (slawische) und germanische Anteile. Zu Recht könne da jetzt die jüdischen heraustreten und brüllen: „Wir waren Gehasste, Vertriebene, Verfolgte, Rechtlose, Gequälte!“ Aber auch die slawischen dürfen: „Wir waren unwertes Leben mit dem man nach Belieben machen konnte, was man wollte!“ Und zu Recht sehr wohl auch die germanischen, alemannischen, keltischen, wie auch immer: „Wir, wir einstigen Naturgeistergläubigen, die ihren Druiden und Druidinnen folgten, wir waren so blöde und haben uns im Zuge der Christianisierung gegenseitig abgeschlachtet; man denke an unseren ‚Karl, den Großen Franken’, der stolz war, für den Gott seines Papstes, seine Brüder, die Sachsen, niedergemetzelt zu haben!“ Also alle hätten eine Begründung für die Einforderung von Genugtuung am Anderen. Aber! Und ich blicke über den Atlantik:

Haben sie jemals eine Rothaut jenseits des Großen Teichs auf allen medialen Ebenen jammern und klagen hören? Nein! Denn es drang auch nicht bis hierher! Das berechtigte Aufbegehren fand nur in marginalem Stil statt und wurde sogleich von der US-Regierung ohne viel Federlesens gleich wieder mit überzeugender Gewalt abgestellt. Aber! Den größten Holocaust dieser Welt hat dieses Volk erlitten. Die niedrigste Schätzung der Toten während der europäischen Invasion beläuft sich auf 15 Millionen, nicht eingerechnet die tausenden Nachfolgetoten, die ihre kulturelle Posttraumatisierung, ihren Frust, ihre Depression, ihre Demoralisierung und sehr wohl auch ihre reservationsbedingte Unterversorgung und soziale wie politische Isolation auf dem ureigenen Kontinent nicht mehr ertrugen und Suizid begangen, zumindest ihren Geist in Alkohol ertränkten.

Auf diesem Kontinent fand nämlich der größte, vorsätzlich durchgeführte Genozid statt. Manche Regionen wurden gründlich gesäubert, man hat sämtliche Stämme mit „Butz und Stingl“ ausgemerzt. Die Indianer erfuhren, an Leib und Seele was Krieg für den Weißen bedeutet, der keine Skrupel hatte, Kinder, Frauen und Wehrlose abzuschlachten. Dazu die unzähligen „Train of Tears“, die Todesmärsche, wo man bewusst damit spekulierte, dass am langen, beschwerlichen Fußmarsch unter widrigsten Umständen (Hitze, Kälte, Nahrungsmangel) ins zugeteilte Reservat schon mal die Hälfte krepiert. Der Rest oder zumindest die meisten von den Überlebenden dann nach Ankunft, weil die neue Heimat in der Regel eine unwirtliche war.

Käthe Recheis, die berühmte Kinderbuchautorin (schrieb die, sich von all ihren literarischen Geniestreichen „Wolfsaga“) verfasste viele Bücher über das Leben indianischer Kinder nach der endgültigen Kapitulation dieses stolzen Volkes und erwähnte darin oft die den wehrlosen Kindern aufgezwungenen „Indianerschulen“, Internate im wahrsten Sinne des Wortes, bezogen auf Internierung. Als erste Lektion verbot man sogleich und rigoros die eigene Muttersprache und löschte damit beim Nachwuchs die Geschichte ihrer Vorfahren; klar, mit Absicht! Recheis veröffentlichte neben vielen anderen, einschlägigen Werken über Indianer in Nord- und Südamerika eine spezielle, vierteilige Reihe, die „Käthe Recheis-Indianerbibliothek“. In der lässt sie Indianer zu Wort kommen: Indianer schreiben für Kinder über Indianer, wobei sie „nur“ übersetzte und erklärte.

Sie kennen sicherlich den Spruch aus manchen Filmen: „Eine tote Rothaut ist eine gute Rothaut!“ Das äußerte sogar mal der Westernheld John Wayne ganz ungeniert, ganz offiziell, völlig unwidersprochen. Auch der steirische Terminator erklärte am Anfang seiner Amtszeit als kalifornischer Gouverneur, dass ihn das Indianerproblem nicht interessiert. Als der letzte Aufstand – der der vereinten Apachen unter der Führung Geronimos wie immer brutalst und feigest niedergeschlagen wurde, wie bekanntlich alle, erzählte man mit Hollywoodfilmen der Welt vom einst in Amerika lebenden Urvolk und stellte sie aus lauter Respekt und Dankbarkeit vorwiegend als dümmliche Subspezies dar, mit der höchsten, ihnen angediehenen Auszeichnung zum „Edlen Wilden“. Die gewaltsamen Eindringlinge nannte man mutige Pioniere; die Pionierzeit wurde zum verkitschten Genre hochstilisiert und ein einträgliches Fließbanderzeugnis namens „Western“ aus der Hollywoodfabrik. Die Bahnbauer, die Herren der dampfenden Stahlrösser lobte man als mutige Kämpfer für den Fortschritt, den die Indianer unbedingt nötig hatten…

Und sicher lernen sie und ihre Kinder, wie ich einst auch, noch immer brav, dass Kolumbus den Neuen Kontinent entdeckt hat, und haben sich sicherlich nie die Frage gestellt, dass ja dort schon jemand war. Die richtige Antwort lautet: Es waren die Indianer, großteils halbnomadisch lebende  Naturvölker bzw. indigenen Amerikaner, die Eingeborenen, die Primärbevölkerung, wie auch immer, die den Kontinent schon vor geschätzten 80.000 Jahren als Kasskaraner entdeckt hatten. Sie brachten aber auch erstaunlich hochstehende, sesshafte Kulturen hervor! Ah ja, natürlich haben sie auch brav gelernt, dass Amerika von sibirischen Jägern bevölkert wurde, auch so eine hastige Wischiwaschi-Erklärung, Hauptsache, wir schreiben es mal fest… das würde aber hier zu weit abschweifen in ein ganz anderes Chambre der Geschichte!

Die meisten Apachen, wie auch die Familie meines Freundes Joseph Reuben Silverbird, verweigerten die erniedrigende Einsperrung in Reservationen und verzichteten damit auf die jährlichen Almosenzahlungen der US-Regierung, die ja so ungemein großzügig angeboten werden. „Wir wollen uns frei auf unserem Kontinent bewegen, wie unsere Ahnen, und wir können selbst für uns sorgen, wie wir es immer taten!“, die Worte einst meines Freundes, der aber auch selbstkritisch anmerkte: „Eines der Hauptprobleme war, dass viele aus den eigenen Reihen ihre eigenen Landsleute an die Weißen verrieten und immer wieder in deren Auftrag sogar ihre eigenen, nicht kapitulierbereiten Häuptlinge ermordeten. Wer waren denn die Scouts, die Auskundschafter indianischer Rebellen oder flüchtender Stämme? In der Regel unsrige!“ Ist natürlich keine Rechtfertigung für das, was die Europäer dort anrichteten. „So viele lieben den Film bzw. die Geschichte Pocahonta, die eine wahre Begebenheit ist. Sie zeigt, dass die erste Begegnung zwischen Rot und Weiß an der US-Ostküste von unserer Seite freundschaftlich und friedlich war. Meine Vorfahren hießen die Ankömmlinge von jenseits des Großen Teiches Willkommen! Sie sahen sie buchstäblich als ‚Brüder’ und schenkten ihnen schon nicht nur aus Barmherzigkeit Landstriche, ja wertvolle Jagdgründe!“, auch das teilte Reuben mir einmal mit etwas bitterem Unterton mit, um gleich darauf hin, achselzuckend und übers ganze Gesicht lachend, sich wieder leichtfüßigeren Themen zuzuwenden.

Ja, all das wusste ich schon aus guter, selektierter Lektüre, und ich konnte ihm gegenüber ein immer wieder aufkommendes Schuldgefühl nicht verhindern. „Was willst du“, meinen die meisten, „du warst ja nicht persönlich dabei, du brauchst da kein schlechtes Gewissen haben!“, und so weiter und so fort in dieser Art „Selbstberuhigungssermon“. Geht halt nicht. Mit dem Wissen, dass meine europäischen Vorfahren, auch wenn sie hier nur und zuhauf Spanier, Franzosen und Engländer waren, kann ich nicht so tun, als ginge mich all das nix an! Sicherlich kann niemand mehr die Geschichte zurückdrehen, aber wir könnten hier alle mal innehalten und die gegenwärtige, noch immer untragbare Situation unserer „Roten Brüder“ überdenken und sie auch politisch respektieren! Auch endlich damit aufhören, sie in Südamerika zu bekämpfen, sie zu verdrängen und gegebenenfalls auch zu ermorden, weil sie unserem „Fortschritt“ im Weg sind, der Totalvermarktung des Planeten und alles was darauf „kreucht und fleucht“. Bleiben wir im Norden.

Denn, liebe Leser, bis heute gibt es keine Rothaut im US-Senat! Vielleicht erlebe ich noch den Traum, dass eine Rothaut zum amerikanischen Präsident gewählt wird. Nicht wusste ich aber, dass es lange Zeit ein Ausreiseverbot für Reservationsindianer unter Strafe gab. Darum ließen sich viele der US-Indigenen nicht in einem Reservat registrieren und erhielten so als US-Staatsbürger auch international gültige Dokumente, wie einen Reisepass. Unglaublich, was man diesem Großen Volk alles antut, welches sogar zur aufgezwungenen Christen-Religion eine beachtliche Lösung fand. Es bildete sich die regional differenziert betriebene Kirche der „Indian Shaker Church“ heraus, Begründer dieses synkretischen Glaubens, der Sahewamish, John Slocum, Squ-Sacht-Un.

Man tut noch immer so, als sei man als „rechtmäßige Landbesitzer“, als Föderation Vereinigter Staaten, ja ohnehin gnädig und tolerant gegenüber dieser „Prä-Kultur“ und formuliert deren letzten Aufstand im Jahr 1974 seitens junger Indio-Aktivisten als „militantes“ Vorgehen, las ich im „Wiki“. „Militant“? Warum die Aufregung und begriffliche Dramaturgie? Man zahlte es ihnen sowieso unverzüglich mit gleicher Münze doppelt und dreifach zurück! „Pfad der gebrochenen Verträge“, hieß übrigens eine der eigentlich harmlosen Widerstandsaktionen.

Und was, liebe, oberflächliche Schreiberlinge, erlebten die Vorfahren der Indianer mit uns über geraume 400 Jahre? Ein freundschaftliches, ein rein ziviles, also nichtmilitärisches Vorgehen, sich das Land einzuverleiben und sich Besitzrechte zu ergaunern? Solche „Schmierer“ vermitteln das Gefühl, dass uns die Rothäute ja brauchten und so undankbar waren und sich so fürchterlich renitent verhielten. Man sollte Worte wirklich bedacht wählen! Egal, die Nachfahren der Indsmen hätten sogar „mehr Recht“ auf ewige Vergeltung! Oh ja, einmal gab es ein Aufflackern schon vor etlichen Jahren, der bislang und voraussichtlich letzte Aufstand in den 70ern, und dann in Form einer Sammelklage 2009 wegen Wiedergutmachungszahlungen (Pachteinforderungen) für Landraub, ähm, die Millionen Ermordeten wurden da nicht eingerechnet! Wenn du glaubst, die „Scheiße“ hat ein Ende, geht es manchmal noch munter weiter oder erst so richtig los. Beispiele:

Die Doppelrolle der „Indianer-Polizei“, dem „BIA“, Bureau of Indian Affairs (gegründet 1824), unterstellt, die man so ungemein generös einsetzte, als wär’s ein Akt vorbildlicher Menschlichkeit. Die Vertreter dieser Exekutiveeinheit wurden so „präpariert“, dass sie in der Regel gegen ihre eigenen Landsleute agierten. Korruption war an der Tagesordnung. Doch man staune, im September 2000 entschuldigte sich das „BIA“ mit Zustimmung des Weißen Hauses bei den Indianern Nordamerikas für die „ethnischen Säuberungen“ und andere „furchtbare Dinge“, an denen diese Behörde in den 175 Jahren ihres Bestehens mitgewirkt hat. Soll man jetzt applaudieren? Man halte sich noch mal vor Augen: Als die Europäer ihren Wunschkontinent endlich allein und ungestört für sich beanspruchen konnten, gab es zum Beispiel in Nordamerika nur mehr rund 300.000 Überlebende von zuvor geschätzten 10 bis 15 Millionen der Primärbevölkerung im nördlichen Teil des Kontinents. In der Zwischenzeit wuchsen sie auf zirka 2 Millionen an.

Es ist schier unglaublich wie die Amerikanische Bundesregierung sich der Indianerfrage stellte. Vielleicht sorgt irgendwann mal der „Große Geist“ für eine ausgleichende Gerechtigkeit. Selbstverständlich verstummten die Proteste nie ganz. Dann kam der Zweite Weltkrieg und der diente auch dazu, das Indianerproblem mal für ne Zeit zu vergessen. Aber schon gegen dessen Ende flackerte die so genannte „Resistance Indienne“ erneut und verstärkt wieder auf. Ja 1959 wandte sich der 6-Nationen-Bund der Irokesen sogar an Fidel Castro wegen einer Unterstützung, ebenfalls als Nation in die UNO aufgenommen zu werden. Gleichzeitig versuchte man mit allerlei fadenscheinigen Begründungen die Reservationen aufzulösen, denn dann wären ja gleichzeitig alle Rothaut-Probleme für immer gelöst und bald vergessen, unter dem Titel „Totale Integration“! Übrigens, 1967 nahmen viele indianische Delegierte am M.L.King-Friedensmarsch in New York teil! Doch, man staune, Robert F. Kennedy, dürfte Berichten zufolge, ein Indianerfreund gewesen sein, weil er als Noch-Senator diesbezüglich die Regierung rügte. Es gab sogar kurzfristig ein Aktionsbündnis mit Samen und Lappen aus Europa bezüglich verlorener Landrechte. Wie und was auch immer, jeglicher, verdächtiger „Aufstand“ mit der gefürchteten Gefahr des Flächenbrandes wurde mit allen Mitteln niedergeschlagen!

Und aller „Aug-um-Aug-Logik“ zum Trotz     

Denn trotz ihrer schrecklichen Geschichte trat ein Thomas Banyacya Sr. (1909-1999, Hopi-Elder und Mitglied der „Spiritual Elders“, Philosoph und Prophet) auf die internationale Bühne, die der Vereinten Nationen, geschehen am 10. Dezember 1992. Er reichte in diesem „Gipfel der höchsten Ansprüche“ neben anderen Vertretern des „Indianischen Symposiums“ uns arroganten Europäern und eigentlich allen dieser Welt die Hand zum Frieden und „Bruderschaft“. KEIN Vergeltungsdrang, keine trotzige Überheblichkeit als „fordernde Opfererben“! Alexander Buschenreiter, der auch für eine hervorragende „Indianerliteratur“ zeichnet und mehrere Monate bei den Hopi lebte, ich ihn als Freund kennen lernen durfte, kannte Thomas persönlich und lud ihn auch mal nach Bad Mitterndorf, ein. Vier Jahre nach der eindrucksvollen Rede kam erneut etwas ins Rollen:

1996 verklagte die Schatzmeisterin der Blackfeet Indianer Elouise P. Cobell das BIA auf Entschädigung für nicht ausgezahlte Gewinne aus Verpachtungen von Indianerland und gewann sogleich viele verwandte „Trittbrettfahrer“, in Summe über 500.000 Betroffenen. Die ursprünglich geforderte Schadenssumme betrug, wenn man so etwas überhaupt ermessen kann, „nur“ 176 Milliarden Dollar. Diese Sammelklage mit dem Titel „Cobell v. Salazar“ ging als die größter ihrer Art in die Geschichte der Vereinigten Staaten ein. Dann, klar und wie gewohnt, versuchte der Senat trickreich einen außergerichtlichen Vergleich herauszuschinden, und zwar am 8. Dezember 2009 mit durchschlagendem Erfolg und Versprechen, 3,4 Milliarden US-Dollar an die betroffenen Landbesitzer auszuzahlen, ein 50igstel der Klagesumme.

Dafür, wie unendlich großzügig, verabschiedete das Repräsentantenhaus 2010 den ‘Claims Resolution Act of 2010’ – Schadenersatzgesetz. Präsident Obama unterzeichnete das Gesetz am 8. Dezember 2010. Während des Prozesses musste das Computer-System und das Computer-Netzwerk des BIA aufgrund von Gerichtsentscheidungen mehrmals abgeschaltet werden. Es bestand der Verdacht, dass Konten und Daten manipuliert worden seien. Ob der angeführte Betrag je zur Gänze an Betroffene ausbezahlt wurde, steht weiterhin in den 50 Sternen der Flagge für Freiheit und was auch immer… Nur, auch eine noch so beeindruckend wirkende Zahl kann das unvorstellbar erlittene Leid einer Kultur niemals wieder gut machen, sie macht die Ermordeten nicht wieder lebendig! Die Euro-Amerikaner haben wieder einmal als Sieger gesiegt.

Wie ich schrieb, arbeitet die US-Regierung mit allen verfügbaren Tricks, vernichtete schlagkräftige, also beweisfähige Dokumente. Auch wenn der Trick Millionen kostet – eine Lappalie gegenüber den eingefahrenen unermesslichen Gewinnen – hat man schnell und scheinheilig paar Reservaten einen steuerschonenden Glücksspielbetrieb zugesicherte und, wie smart, hat man damit erneut die „amerigo-indigene“ Kommune gespalten, die es leider auch zuließ und damit die notwendige, geschlossene Solidarität sich selbst auch immer wieder vereitelte. So wie in Afrika, die gut von außen gesteuerte Korruption erfasste immer wieder auch in den eigenen Reihen bislang geachtete Indios. Ein paar Adressen, die erste ist chronologisch präzise aufgearbeitet und äußerst interessant:

Nordamerikanische Indianerbewegung
Bureau of Indian Affairs
Claims Resolution Act of 2010

Und, weil ich zuvor Afrika erwähnte, denken wir an die etlichen afrikanischen Kulturen, die durch die Kolonialisierung Europas bekämpft, unterworfen oder ausgelöscht wurden, die massenweise Verschleppung zur Zwangsarbeit, die Versklavung, und ebenfalls Landraub, was der Kontinent an Land zu bieten hatte. Sogar ungeniert heute noch, indem man die vorsorglich aufgebauten „Gefälligkeitsregierungen“, die Korruption, klar, nur halbherzig bekämpft. Keine der aktuellen Grenzziehungen fand mit der Einwilligung der Einheimischen statt. Das sollte man sich ewiglich vor Augen führen, wenn man sich zum Beispiel über die Flüchtlingsmassen aus Afrika und dem Orient unheimlich brüskiert fühlt, sich darüber unendlich mokiert und alteriert. Dabei in der Öffentlichkeit beflissen die Ursachen ignoriert, den Eindruck dabei vermitteln, das Übel nicht voll und ganz anzusprechen, also die Wahrheit beim Namen zu nennen.

Nehmen wir an, die Nachkommen aller gewaltsam verdrängten und geschundenen Kulturen und Ethnien dieser Welt fordern „erfolgreich“ – wie bis heute die Jewish Community – Wiedergutmachungsleistungen (Entschädigungen, Schadenersatz, Restitutionen) an die ehemaligen „Herrenländer“, die Kolonialmächte; die Eroberer und Einverleiber, die Annexionsbetreiber und Okkupanten, die Invasoren und Imperialisten…, eine Menge Begriffe für kriminelle Vergehen im großen Stil. Tja, da wäre das ganze westkapitalistische System mit einem Schlag Pleite und hoch verschuldet und damit auch gleich zur Gänze demaskiert und nicht nur moralisch am Ende!

Doch aus diesen dunklen Ecken einer blutigen Geschichte hört man nichts, oder es wird penibel verhindert durch jedwede andere willkommene Ablenkungsattraktionen. Gerade im Gegenteil, die Herrscherclique, auf unverdientem Milliardenvermögen sitzend, tut weiter wie bisher und plündert ungeniert ihre ehemaligen, auswärtigen Besitztümer (eigentlich Diebesgut!) im Zuge deren wirtschaftspolitischer Abhängigkeit weiter aus. Wie auch immer man darüber denkt und seinem Gerechtigkeitssinn freien Lauf lässt. Aber!

Man soll mir bitte nur eine bestehende Kultur nennen, die in ihrer Genese keine Schuld auf sich geladen hat!

Genau das ist der Unterschied zwischen den „einen“ und den „anderen“, mit letzteren ich hier begann, und genau das ist es, warum mir diese Zeilen so wichtig sind! Weil die beispielhafte Gestik der diplomatischen Meisterklasse eines Thomas Banyacya – stellvertretend für seine Rasse, den letzten, echten Rothäute – eine friedliche Zukunft für alle auf Mutter Erde zulässt. Es ist das in Liebe bestellte Feld, aus dem Kooperation und Austausch auf Augenhöhe wachsen können, ohne Anspruch auf Vormachtstellung! Ich wiederhole: Man soll mir bitte nur eine bestehende Kultur nennen, die in ihrer Genese keine Schuld auf sich geladen hat! Das gegenseitige Entschulden und Verzeihen auf materieller wie immaterieller Ebene muss bald geschehen! Heucheln und Hetzen sollte in einer „neugeistigen Welt“ keinen Platz haben!

Der außergewöhnliche Geist Thomas Banyacya Sr. vermochte auch über seinem kulturellen Schatten zu springen. Nur solche Freigeister, die durchaus spirituell sind, sind zu derartigen Gesten imstande. Und solche Geister bilden sich weder in Schulen und Unis, in Klubs und Gesinnungsvereinen, in noch so geheimen Logen und religiösen Konventionen; man kann sie nicht bilden und lenken, sie entstehen aus sich heraus und werden oft von der „Liebe“ angetrieben und verlieren nie den Blick aufs Gesamte, der Komplexität, die weit mächtiger abseits der diversen Weltordnungsideen steht. Viele glauben noch immer, dass die Masse an „angestreb(er)tem“ Wissen ein Beweis für Intelligenz ist. Der Neugeborene ist von Anfang an und von Grund auf ein beobachtender Wissenschaftler, ein Studierender, ein Forscher, ein Entdecker. Du hast als Beobachter zwei Möglichkeiten, wenn überhaupt, in ein Geschehen vor dir einzugreifen, entweder aus Selbstzweck oder aus Liebe in Liebe. Vielleicht gehört das zu unserer täglichen Kür der Charakterprüfung.

Legen wir endlich unsere Stammesdünkel, Sippenverhaftung mitsamt ihrer Blutrache, Rassenwahn, Nationalismus und Religionsfanatismus beiseite, treten wir aus unseren jeweiligen Kulturen heraus, damit wir ihr Zusammenspiel erkennen und nicht den Gegner im anderen vermuten, was am Ende immer einen selbst zerstörenden Effekt hat! Weil die interkulturellen Divergenzen von den „schlauen Dritten“ provoziert, geschürt und forciert werden und ihnen als Waffe dient, die jederzeit und allerorts zwecks Durchsetzung ihrer materiellen Ziele bei Bedarf scharf gemacht werden kann. Lasst uns das sein, was wir sind, potentielle Weltbürger, intelligente wie spirituelle Kosmopoliten, bereit zur friedlichen, kulturübergreifenden Interaktion. Zu dem hat uns das göttliche Geistwesen, wenn es dies geben soll, von Anfang an gemacht, vorgesehen, als „sein Ebenbild“ auserkoren. Die „lachenden Dritten“ heute, das Establishment, haben es längst überwunden, sind überkulturell denkend, aber nur zum Selbstzweck, nur zur Befriedigung ihrer Egomanie und Gier. Nur in dieser Angelegenheit wären sie fast ein Vorbild…

Da ich das jüdische Volk genauso lieb hab, wie alle anderen auch auf unserem vielfältig kulturell beseelten und dahingehend ebenso interessanten Planeten, würde ich es bitten, mit dem gewissen, hier beschriebenen Agitationen und unaufhörlich gestellten Wiedergutmachungsansprüchen aufzuhören… zu ihrem eigenen Wohl, für die insgeheim ersehnte Friedensfindung, für eine, von „Stammesdünkel“ befreite Entfaltung. Wir alle müssen uns trauen, wie schon gesagt, unser „kulturelles Bonding“ mal zu „vergessen“, ehrlich und offen aufeinander zuzugehen, ohne eine „Waffe“ hinterm Rücken!

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