Hass-Postings, na und?

Als hätte man durch Facebook das Schimpfen, Drohen, Denunzieren und Diskriminieren erfunden?! Eine unverstandene Wehleidigkeit… Hinterrücks, im wahrsten Sinne des Wortes, unsympathischen Personen das Ärgste zu wünschen, sie zu verfluchen oder sich gegen sie mit anderen zu verschwören, Komplotte zu schmieden… ach, was soll der Unfug, das gibt’s, seitdem es Menschen gibt. Und, ehrlich gesagt, oft ist auch ein Funken Wahrheit damit verpackt.

Es hat sich halt nur auf eine andere Kommunikationsplattform gehoben, vom Stammtisch ins Internet, wo Unbekannte, also Klubfremde, mitlesen können. Der viel strapazierte „Otto Normalverbraucher“, oder sollte man sagen, „Otto Standardfacebooker“, hat jetzt die Gelegenheit, sich zum Beispiel gegen unliebsame Politiker zu äußern und verfügt halt nur über einen untergriffigen Stil oder tut es aus reiner Emotion, aus tiefster Wut, das Zielobjekt Schlampe, Hure, Arschgeige, Drecksau, Schwuchtel oder Verf… zu nennen. Besser, er schimpft auf Facebook, als er läuft Amok, oder? Bleiben mir mal im politischen Raum, in dem ich mich bemüßigt fühle, Fragen zu stellen:

Muss man denn heute einem amtierenden Politiker denn sagen, was er zu tun hat? Wozu er gewählt wurde? Wofür er bestens entlohnt wird? Kriegt ER nix mehr mit? Anscheinend ja! Wohl aber muss er sehr gehörig sein gegenüber seinen Coaches und den anders akademisch dekorierten Einflüstertüten, die Vermittler des internationalen Machtkonsortiums, wie auch immer sich dies aus Wirtschaft, „illuminierten“ Logen und Mammon schweren Sippen zusammenstellt. Und sie wundern sich vielleicht, warum nichts wirklich weitergeht, außer, dass Reiche noch reicher werden, jeder politische Wahlkampf zum Schaukampf deklassiert wurde, man sich da und dort über Facebook-Shitstorm ungeheuer mokiert, echauffiert und alteriert und die Bösen Buben klagt! Das ist offensichtlich das politische Tagesgeschäft. Und sogar angesehene Politologen sehen da vehementeren Handlungsbedarf gegenüber rüpelhaft und frei geäußerten Meinungen und Anmerkungen im Internet. „That’s politics now!“

Vergessen? Ach, wie oft äußern wir tagtäglich gegen irgendjemand Ähnliches. Wie oft wünschen wir anderen, meistens gedanklich, die Pest an den Hals oder würden manche oder manchen am liebsten umbringen. Nicht nur für mich und nicht nur als psychologisch Interessierter und dahingehend mehrfach Ausgebildeter ist Solches ein vergleichsweise harmloses Ventil, das die Eskalation, den Amoklauf, den zwischenmenschlichen Kollaps zumeist verhindern kann. Also, liebe Leser, die „Kirche der Schande“ im Dorf lassen…

Nichts desto trotz will man Dergleichen intensiver ausforschen und rigoroser bestrafen? Vielleicht sollte man einen Posting-Katalog herausbringen, eine Anleitung für das Kommentieren. Nur, werte Politiker, man soll aber im selben Atemzug mit dem Wort Demokratie nicht hausieren gehen, bitteschön! Apropos, Politiker und das so verlockende Facebook. Auch sie scheinen sich darauf fixiert zu haben und sehen das Volk rundum nicht mehr… Sie oder deren gesamtes Coach-Geschwader beschäftigen sich Großteils in ihrer Arbeitszeit mit dortigen Einträgen um ihren täglichen Beliebtheitswert zu erfahren. Socialmedia-Ranking. Tut mir Leid, das finde ich bedenklich, um das Wort krank nicht übergebührlich zu traktieren…

Auf der Balz der Kapaune

Wenn Kampfhähne fett und faul geworden sind, der eitle Gockel ein Masthahn wurde, er sich lieber seinen Kamm kämmt, seinen Sporen feilt und stoisch ignoriert, dass er schon lang von den Hennen verlacht wird… Ja, solche, in freier Wildbahn durchaus bewundernswert mutige Tiere sind durch die Domestizierung und durch Zucht sensibel geworden, vertragen Angriffe nicht, möchten nur gefüttert, getätschelt und gehätschelt werden. Nur, es liegt in der „Natur“ der Sache, wenn du in die Arena trittst, auf den Balzplatz, auf die Bühne, in den „open space“ halt:

Facebook ist nicht die „Ponnyfarm“, auf der sich alle nur lieb haben und loben und bewundern und sich gegenseitig die Eitelkeit streicheln oder die seit Kindheit vermisste Aufmerksamkeit und Anerkennung liefern. Das hätten viele gern! Da wird eben scharf geschossen, auch in den Unterleib… das ist oder sollte eigentlich legitim, zumindest im „offenen, demokratischen Raum“ akzeptiert sein. Wenn ich mein Selbstwertgefühl von Postings abhängig mache, dann bin ich so und so reif für die oder den Psy… Viel schlimmer ist, was aber nicht so vehement in Diskussion gestellt wird, dass Bilder über andere, vor allem Baby- und Kinderfotos, natürlich ohne deren Wissen und Zustimmung, ins Internet gestellt werden.

Es gibt eine ganz klare Erkenntnis als Metapher und eine Lösung:

„Wer in den Dschungel geht, muss mit dem Tiger rechnen!!!“ Je mehr man sich diesem Thema medial widmet, umso interessanter wird es. Wenn du die Drogen verbietest, steigen der Handel und der Profit! Die Lösung in anderen Worten ist, entweder ignorieren, oder sich gleich für alle mal aus jeglichen Internetforen schleichen! Ich stolperte selbst mal aus Versehen im Zuge einer Petition gegen Faschismus ins Facebook, bediene aber seitdem dieses Forum nicht mehr und geht mir so und so am A… vorbei. Haben wir nicht wichtigere Probleme, wie aus Hunger sterbende Kinder? Weltweite Gewalt durch Regime oder Kriege? Unerträgliches, soziales Ungleichgewicht? Und obwohl täglich davon im Internet oder sonst wo zu lesen ist, haben wir uns daran anscheinend wie erschreckend gewöhnt! Vielleicht könnte Facebook das Elend und Unrecht auf der Welt verhindern, es zumindest reduzieren helfen, doch keiner weiß wirklich welcher Geist hinter dieser Erfindung steckt. Vielleicht nur die machtdienliche Absicht des globalen, flächendeckenden Ausspionierens. Vielleicht wird Facebook von den Usern nicht wirklich sinnvoll gebraucht, also nur für die eigene, eitle Selbstdarstellung zweckentfremdet.

Brahmanen gibt es überall

Man sagt bereits, dass Politiker ein eigener, separater Stand, eine Kaste ist, man könnte sie „Po-Kaste“ nennen. Mir drängt sich jetzt spontan der Vergleich mit Faltern auf, die wie verrückt und lebensmüde zum Licht, dem Gold, dem Mammon, flattern und am Ende dort verrecken. Bis dahin aber genießen sie alle Vorzüge eines privilegierten Lebens. Zugegeben, weil ich wie besessen auf die Person Politiker losgehe. Ich wäre im heute erwarteten Stil und Profil ein absolut miserabler Politiker. Mein vorauseilender Geist entspräche eher der politischen Generation in spe! Nur, das erlebe ich in diesem Leben nicht mehr! Macht nix!

Wenn wir oft zu recht die oder den Politiker der Lüge bezichtigen, sollten wir dabei nie vergessen, dass eine Lüge einen Absender und einen Empfänger nötig hat, um zu existieren, wie der Verführer, wie der Missbrauch Täter, wie generell der Täter sein Opfer. Wenn wir immer wieder auf Lügen hereinfallen, sind wir da nicht schon ein bisserl mitschuldig? Man könnte die These aufstellen, dass wir allesamt Wiederholungsfälle sind.

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