Qualitätsmedien – oder nur inferiore „Fake-News“?

Mal ehrlich: Politiker und Journalisten sind am untersten Ende der Glaubwürdigkeitsskala in fast allen Ländern angekommen – und das völlig zu Recht! Bundeskanzler Kern hat hier einen großen Beitrag geleistet, denn seine Aussage: „Politik ist zu 95% Inszenierung“, war keine brüllende Neuigkeit, aber er hat damit sich selbst als „Inszenierungskünstler“ geoutet und seine Glaubwürdigkeit begraben. Viele Journalisten haben diese schon lange an der Garderobe zu den vielen Buffetts abgegeben.

Amüsant finde ich in diesem Zusammenhang immer die Journalistenpreise, wo sich die Journalisten – die in den Beurteilungsgremien sitzen – quasi selber loben. Genauso ist es im Bankensektor, wo bei uns die Nationalbank die Banken „kontrollierte“ – das Ergebnis spürten alle Steuerzahler bitter im Börsel. Der Kriminalfall-Hypo (O-Ton Kogler, die Grünen) kostete um die 12 Mrd. Euro. Nein, der goldene Hosenbandorden für die Journalisten dagegen dient nur der eigenen Beweihräucherung, eine Veranstaltung des gegenseitigen Schulterklopfens. Jeder kommt im Laufe seiner Karriere dran … jeden triffts mal.

Ich führe einige Beispiele an, die zum Nachdenken anregen sollen. Ja, ich meine unsere selbsternannten „Starjournalisten“. Wenn man allerdings etwas genauer hinsieht, dann fehlen die 2 Eckpfeiler eines seriösen Journalismus sehr oft – nämlich:

eine profunde Recherche, auch wenn diese zeitintensiv ist,

und das Wichtigste überhaupt: sich nie gemein machen, mit einer Sache, über die man kritisch berichtet!

Ich nehme u.a. die Berichterstattung im Mainstream (Qualitätsmedien?) über US-Präsident Trump als Beispiel her.

1.a.) Foto der Inauguration:

Ich weiss, alter Kaffeesud, aber wie hier die Propaganda hochschwappte und wer sich hier als Frontman/-frau so furchtbar gerne verdingte, das spricht Bände. Bei Markus Lanz` Talkshow überraschte dann ausgerechnet Ranga Yogeshwar (der nicht gerade als Trump-Fan bekannt ist) als er von „offenkundigen Lügen“ über die Fotos sprach, zumal sie zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen worden seien. Die Luftaufnahme seien 20 Minuten vor seinem Schwur geschossen worden, so Yogeshwar. Außerdem habe Obama viel besseres Wetter bei seiner ersten Vereidigung gehabt: „Das heißt, wenn man ein Bild zu früh macht und das vergleicht, dann ist das nicht fair. Deswegen plädiere ich dafür, wirklich mal genau die Uhrzeiten zu nehmen…“

„Das ist das Thema mit dem Post-Faktischen“, pflichtete ihm Mas Otte bei. Es waren mehr Menschen als dort gezeigt wurden, weil das später war. Also von daher ist das postfaktische gegen Trump ins Feld geführt worden. Von einem eigentlichen Qualitätsmedium…“

1.b.) ZiB2 dazu: man zeigte auch dieselben Fotos o h n e dass man eine genau Zeit in die Bilder integrierte als auch der Hinweis auf das Wetter – bei Obamas Angelobung 2009 schien die Sonne, bei Trump 2017 regnete es – überhaupt fehlte. Als Zusatzinfo wurde noch erwähnt, dass bei Trumps Inauguration weniger Menschen mit der U_Bahn gefahren sein sollen – auch ohne jeglichen Beleg dafür zu erbringen …

Anmerkung: genau mit solchen, nicht geprüften Informationen sägen die Qualitätsjournalisten an ihrer eigenen Glaubwürdigkeit, mal davon abgesehen, dass der Vergleich der Fotos ungefähr dieselbe Information bietet, wie wenn ich 2 Fotos vom Gipfel des Grossglockners zeige, wo es 20 Leute bei strahlendem Sonnenschein schaffen – und bei Regen man niemand sieht, der den Gipfel erklommen hat.

2.a.) „Fake-News“ zu Trumps Muslim-Immigration-Suspension: keine Recherche über Obamas Executive Order? Also was sich hier die Qualtitätsblätter erlaubten den Lesern vor die Nase zu setzen – „Hitlervergleiche inklusive“? – spottet jeder Beschreibung. Ich las keine einzige deutsche Zeitung, die überhaupt recherchierte, ob nicht Obama auch solche „Immigration_Suspension“ Executive Orders erlassen hat!

2.b.) RT – als einziges Portal informierte über ähnliche Dekrete Obamas! Ja, es ist sehr seltsam, dass diese Hysterie zu einer sehr eigentümlichen Liebe der Amerikaner zu den Muslimen führte – zumal zuvor 27 US-Senatoren keine syrischen Flüchltlinge aufnehmen wollten … und es keinen Journalisten scherte, als Obama am 1. April 2016 die Einreisemöglichkeiten aus 7 Ländern stark einschränkte … es ist auch erstaunlich, wie wenig sich Obama und all diese Leute um syrische Flüchtlinge kümmerten (von den 11 Mio Flüchtlingen aus Syrien nahmen die USA weniger als 2000 Menschen auf, was 0,01% entspricht) usw.

Als Trump sein Dekret vorstellte, kippte aus heiterem Himmel die Stimmung PRO Syrer – Obamas Dekrete gab es wohl nie… und Trump war – ja was eigentlich?

Und 2011 stoppte Präsident Obama jegliche Bearbeitung von Asylgesuchen für irakische Flüchtlinge für 6 Monate – Trump will hingegen genauere Kontrollen bei der Einreise für 90 Tage umsetzen.

usw. etc.

2.c.) Welche Senatoren votierten für/gegen den Muslim_Bann Obamas?

Nun, ob man es glaubt oder nicht: 65 Senatoren stimmten FÜR das Muslim-Bann-Gesetz Obamas … darunter u.a. Elizabeth Warren, demokratische Senatorin, die nun Trump heftig kritisierte – dagegen war ein gewisser Bernie Sanders.

Anmerkung: die hochgradig hysterische Propaganda der sog. Qualitätsmedien straft diese als mit naiv wohlwollend umschriebene billigem, einseitige Propagandagazetten Lügen: sehr bezeichnend!

3.a.) Illegale Immigranten der USA.

In den Zeitungen las man von um die 15 Mio. Menschen per 2016, die sich illegal in den USA aufhalten sollen. Dies macht bezogen auf die Bevölkerung von 324 Mio. ungefähr 4.5% aus. Trump will diese stark reduzieren und jene, die kriminell wurden, rasch zurück in die Herkunftsländer zurückführen.

3.b.) Nun – machen wir mal einen simplen Vergleich:

– Deutschland nahm 2015-16 ca. 1,5 Mio Menschen auf (Österreich um die 150.000). Nimmt man eine Illegalitäts-Rate von 20% an (die Schätzungen streuen sehr), dann ergäbe dies für Deutschland ca. 300.000 und für Österreich ca. 30.000 Personen.

– Relativiert man nun den Anteil der USA von 4% der Bevölkerung, so wären dies für Deutschland ca. 3,2 Mio und für Österreich 350.000 Personen: also ca. das Zehnfache!

Nachdem wir schon mit einem Zehntel – im Vergleich mit den USA – immense Schwierigkeiten haben (in Östereich hat beim neuen Regierungspakt gerade die christlich_soziale ÖVP eine Halbierung der Aufnahmequoten auf 17.500 massiv gefordert) – möchte ich mir nicht ausmalen, was sich in unseren Ländern abspielen würde, wenn wir das 10-fache an illegal eingereisten Immigranten hätten.

3.c.) Zurück zu den USA:

Die massive Beschränkung, die nun Trump fordert, ist ein 2-schneidiges Schwert:

– zum Einen ist die Illegalität für niemand eine Lösung, weder für die USA noch für die Mexikaner z.B., die mehr als die Hälfte ausmachen: also es wäre eine Integration und/oder eine Ausweisung als Lösung umzusetzen;

– zum Zweiten dürfte auch Trump wissen, dass viele dieser armen Menschen „Tagelöhner“ sind, die mal kurz über die Grenze einreisen,um als Unterstützung bei Ernten oder am Bau Beschäftigung zu finden. Sie werden von US-Grossfarmen und Konzeren stark ausgenutzt und mit Billiglöhnen, eben wegen ihres Illegalitätsstatus, abgespeist.

Die Unternehmen erhöhen so ihre Gewinne – aufkosten der Ärmsten!

4.) Wiener Zeitung vom 31. Jänner, Seite 3:

Die Wiener Zeitung berichtet am unteren Ende der Seite drei von einem „Kurssturz“ der US-Börsen und verwies auf folgende Zahlen:

– der Dow Jones ist um 0,61 % und

– der Standard & Poors 500 (er spiegelt die grössten 500 US-Unternehmen wider) um 13.79%punkte gefallen.

Nun, der S&P 500 notiert um die 2.278 Punkte und der Rückgang beträgt daher ca. 0,6 %. Also wenn bei 0,6% die Wiener Zeitung schon über „Kursstürze“ berichtet – dann stellt sich jeder vernunftbegabte Mensch die Frage, ob man hier einfach nur zu dumm war, nachzudenken – oder ob man bewusst Stimmung machen wollte?

Letzteres auch noch mit Trump zu „verlinken“ macht keinen schlanken Fuß. Nicht wirklich.

5.) Große Mehrheit sieht Euro positiv, Kurier, 30. Jänner.

Leider sieht man online die Grafik nicht korrekt – aber man stellt sich schon die Frage, wie man zu einer solchen Einschätzung kommt, zumal

– 2010 (1. Spalte) 20% sehr grosses und 52% der Menschen grosses Vertrauen in den Euro hatten;

– 2017 (letzte Spalte) dreht sich dies und es waren vergleichsweise nur mehr 8% / und 40% – und das ergibt keine große Mehrheit.

O.K. – addieren ist nicht jedermanns/frau Sache.

6.) Wie kann man Trump loswerden? Mord im Weißen Haus zum Beispiel…

DieZEIT gibt ein sehr trauriges Bild ab, wenn es um den Begriff Qualitätsjournalismus geht: sie verlor vor dem Bundesgericht eine Klage gegen das ZDF-Satireformat „Die Anstalt“. Der Herausgeber, Dr. Josef Joffe und Dr. Bittner, würden von den Kabarettisten dafür kritisiert, dass sie über die Aussenpolitik Deutschland schrieben aber gleichzeitig in verschiedenen NGO`s als Beiräte, Vorstände etc. sassen, die diese Strategien verfassten. Dies ist ein absolutes NO GO für jeden Journalisten: sich mit einer Sache gemein zu machen, über die man berichtet.

Joffes „Sager“ im Presseclub vom 22. Jänner fügte sich nahtlos in dieses unseriöse und unredliche Verhalten ein.

7.) VOLKER PISPERS: wem gehören die Medien?

Spitz in der Sprache wie immer, zerlegt Pispers auf brillante Weise, die Medienstruktur in Deutschland. Allen Lesern ist sonnenklar, dass die Eigentümer die Blattlinie diktieren – auch wenn uns die Journalisten das Gegenteil einreden wollen.

8.) Paul Sethe: „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“.

– – – – –

Nachwort:

Angesichts der hysterisch-propagandistischen Berichterstattung über Trump, wären die Medien gut beraten, schleunigst zur fundierten Recherche als auch einer ausgewogenen Information zurückzukehren. Es gibt, in der Sache, genug Kritik, die man z.B. an Trump üben kann. Es ist aber nicht sinnvoll, Vergleiche mit seinem Vorgänger wegzulassen und auf diese wichtige Information zu verzichten. Genau so erzeugt man eine Einäugigkeit, die den Lesern sofort auffällt und die kontraproduktiv ist.

Dies sind nur einige Fälle, die aufzeigen, auf welchem Tiefpunkt der Qualitätsjournalismus bereits gelandet ist!

Mit „Fake_News“ jedoch wird man sicher keine Erfolge landen. Diese führen nur zu massiven Auflagenrückgängen und die eh schon abgestürzte Glaubwürdigkeit wird damit weiter zerbröselt.

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