Wer ist der Mufti?

Kanzlerin Angela Merkel betonte die Alleinschuld der Deutschen schneller als Netanjahu seine Rede beenden konnte, in der er die Verantwortung für den Holocaust dem Mufti von Jerusalem Amin Al Husseini anlastete. Erst dieser solle Hitler zum Genozid veranlasst haben. Seitdem steht die Welt Kopf. Nicht nur die „Die Zeit“ ging in einem weichgespülten Beitrag der Frage nach: „Wer war der Mufti, der die Nazis unterstützte?“ Diese Frage stellte man sich auch bereits 1937.


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Wer ist der Mufti?

Der Führer der arabischen antibritischen und antijüdischen Bewegung in Palästina ist der Mufti von Jerusalem Amin Al Husseini. Der Mufti von Jerusalem ist das Haupt des moslemitischen Obersten Rates, der panislamitischen Gesellschaft in Jerusalem, des Arabischen Obersten Komitees sowie einer Anzahl arabischer Organisationen und Institutionen. 43 Jahre alt, hat seine Stellung und die Unterstützung, die ihm seitens der Regierung und Regierungsämter seit Jahren zuteil wird, ihm die Position eines Diktators über fast alle palästinensischen Araber verschafft. Seine Familie erhebt den Anspruch, dem Adel anzugehören — obwohl dies eine Streitfrage ist. Mitglieder seiner Familie nehmen seit vielen Generationen die Stelle des Mufti von Jerusalem und seit 1920 die Bürgermeisterstelle ein.

Die erste oppositionelle Handlung des Mufti gegenüber der Regierung waren die Ruhestörungen in Jerusalem im Jahre 1920, wegen denen er zu einigen Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Die Strafe wurde ihm jedoch im Jahre 1921 vom damaligen Oberkommissär Sir Herbert Samuel nachgesehen. Durch den Einfluß seiner Familie und gewisser britischer Beamter wurde er später zum Mufti ernannt. Er glänzt weder als Redner noch als Verfasser von Schriften, spricht aber französisch und hat auch kürzlich Englisch erlernt. Genau genommen kann man sagen, daß er ein Mann von beschränkten Fähigkeiten und ein fanatischer Muslim ist.

Die Familie der Husseini nimmt für sich das Recht in Anspruch, von Hussein, dem Sohn des Kalifen Ali und von Fatimah, der Tochter des Propheten Mohammed, abzustammen, doch wird dies von vielen arabischen Geschichtsforschern bestritten. Diese erklären, daß der wirkliche Name der Familie Al Aswad (Die Schwarzen) war, und daß die Vorfahren sich in de Dorf Deir Sudan (Heimat der Schwarzen) vor 400 Jahren, als sie vom Jemen kamen, ansiedelten. Die Familie zog von diesem Dorf nach Jerusalem, wo die Nachkommen emporkamen. Der Einfluß der Familie Aswad wurde durch Verschwägerungen mit Angehörigen des Stammes des Scheik Abu Ghos, einem der führenden Distriktherrscher rings um Jerusalem, noch mächtiger. Da die Abu Ghosh Jemeniten waren, ist um so mehr anzunehmen, daß die Familie Aswad nicht palästinensischen Ursprungs war, denn jemenitische Moslims heirateten nicht Angehörige anderer Nationalitäten.

Einer der Aswad-Sprößlinge der Hauptlinie heiratete die Tochter eines moslimischen Edlen, dessen Name Al Husseini war, und nahm im Gegensatz zum moslimischen Brauch den Namen seiner Gattin an. Einige Zeit hindurch war er als Aswad-Husseini bekannt, mit der Zeit verschwand der Name Aswad gänzlich. Der Mann, welcher als erster den Namen Aswad ausließ war der antibritische Mufti Mustapha, der Großvater des Mohammed Amin Al Husseini.

Die Familie Nashashibi, die in gerader Abstammung weit aristokratischer als die Familie der Aswad-Husseini ist, war darüber erbittert, daß die Husseinis die Gunst der Türken genossen. So entstand eine Feindschaft, die Jahre andauerte. Besonders wütend waren die Nashashibis über die stille Duldung des vornehmen Namens Husseini, welcher die Abstammung vom Propheten bezeichnet. Vor 40 Jahren verlangte der türkische Gouverneur von Jerusalem von der türkischen Regierung, daß mit Rückeicht auf das Geschlecht der Familie Nashashibi den Husseinis der Gebrauch dieses Namens verboten werde. Es gelang aber Shukry Ney Al Husseini, den Schritt in der türkischen Hauptstadt zu vereiteln. Trotzdem verursachte dies der Familie Husseini beträchtliche Unannehmlichkeiten, da moslemische Geschichteschreiber fanden, daß der Name in der Familienliste der „Ashraf“ (Adeligen), die besondere Privilegien besitzen, nicht aufscheint. Trotz allem setzten sich die Husseinis durch.

Der jetzige Mufti wurde in Jerusalem im Jahre 1893 geboren, in einer Moslem-Schule erzogen und besuchte dann die Regierungsschule in Jerusalem. Im Alter von 19 Jahren kam Amin Al Husseini nach Kairo in die Schule des Scheik Rashid Rida. Während er in Kairo war, starb in Jerusalem sein Vater, Scheik Taher Al Husseini, und der ältere Bruder, Kamel Al Husseini, wurde sein Nachfolger. Von seinen mageren fünf Pfund im Monat schickte er seinem jüngeren Bruder noch Geld nach Kairo, um ihn zu unterstützen. Im Jahre 1913 verließ Amin die Schule; nachdem er durch seine Reise nach Mekka und Medina den Titel eines Hadschi erworben hatte, kehrte er nach Jerusalem zurück. Bei Kriegsausbruch wurde er in eine Offiziersschule nach Konstantinopel gesendet und trat in die türkische Armee ein. Nach seiner Gefangennahme durch die Engländer kehrte er im 24. Lebensjahr nach  Jerusalem zurück. Dort wurde er Beamter im Büro des Gabriel Pascha Haddad, der arabische Berater von Sir Ronald Storrs, der Militärgouverneur von Jerusalem war. Er wurde in das Departement für öffentliche Sicherheit versetzt und dann nach Kalkilieh als Zollbeamter. Von Kalkiheh ging er nach Damaskus. Dort wurde er entlassen und kehrte wieder nach Jerusalem zurück.

Amin AI Husseini wurde Lehrer in der Rashidiyeh-Schule und trat so in das öffentliche Leben ein. In der Zeitung „Suria Al Jenobia“ (Südsyrien), die von Aref Al Aref, dem jetzigen Distriktsbeamten, herausgegeben wird, veröffentlichte er Hetzartikel gegen die Juden. Diese Agitation war eine der Ursachen, die zu dem Pogrom im Jahre 1920 in Jerusalem führte. Amin AI Husseini und Aref Al Aref wurden zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Beide flüchteten nach Transjordanien und kehrten erst nach Erlassung der Strafe durch Sir Herbert Samuel zurück.

Scheik Kamel Al Husseini, Mufti von Jerusalem, starb im Jahre 1921 und die Frage der Nachfolge führte zu einer erbitterten Kontroverse unter den führenden Moslemfamilien. ­Die Kandidatur Amins, dem jüngeren ­Bruder des verstorbenen Mufti, ­erregte große Opposition. Obwohl er bei der Wahl unterlag, wurde er von der britischen Verwaltung eingesetzt. Diese Anstellung verschärfte die Feindschaft anderer Familien, besonders die der Nashishibis, gegen die Husseinis.

Seit dieser Zeit und insbesondere seit er Präsident des Obersten mohammedanischen Rates wurde, versuchte der Mufti seine Macht zu verstärken und die Nashishibis zu verdrängen. Er stellte seine antijüdische und antizionistische Gesinnung in den Vordergrund, insbesondere während der Unruhen des Jahres 1929. Im Jahre 1931 organisierte er den Allgemeinen mohammedanischen Kongreß in Jerusalem. Er bereiste auch Indien, Persien, Afghanistan und andere mohammedanische Länder. In dem Kriege zwischen Ibn Saud und dem Iman Yachia von Jemen war er Mitglied der Friedensmission, die nach Arabien reiste, um den Frieden zwischen ­diesen beiden arabischen Fürsten zu vermitteln. Er nahm auch jede Gelegenheit wahr, um sich der mohammedanischen Welt in Erinnerung zu halten. Man sagt ihm auch nach, daß er Kalif werden will. Das wird aber schwer möglich sein, da nach dem mohammedanischen Recht der Kalif, der geistige Führer aller Mohammedaner in der Welt, unabhängiger Herrscher eines mohammedanischen Staates sein muß.

Im Jahre 1935 errang der Mufti einen großen Sieg. Es gelang ihm, seine Kandidaten Dr. Hussein Fakhri Khalide, der Beamter im Gesundheitsdepartement für Palästinaregierung war, gegen Ragheb Bey Nashashibi als Bürgermeister von Jerunsalem durchzusetzen.

Der Mufti bekleidet eine bunte Reihe von Stellungen. Er ist religiöser Führer und nationalistischer Politiker, gleichzeitig aber ein Beamter der Regierung. Seine Kunst besteht darin, seinen politischen Einfluß und den seiner Familie zu erhalten und seine Handlungen mit allen seinen drei Stellungen in Gleichklang zu bringen. Bisher ist ihm das geglückt und er ist eine der stärksten politischen Triebkräfte in Palästina. Die Juden neigen dazu, seinen Einfluß zu übertreiben. ­Man darf aber nicht vergessen, daß der Mufti sehr kluge arabische Kritiker hat, die ihm feindlich gesinnt sind. Insbesondere behaupten diese Kritiker, daß er das Geld des Wakf (den religiösen mohammedanischen Fonds) für seine eigenen Zwecke mißbraucht. Man sagt auch daß die Husseinis deswegen Gegner des Gesetzgebenden Rates sind, weil sie fürchten, daß die Nashashibis auf öffentlicher Rechnungslegung der Ausgaben des Wakf bestehen würden. Der Mufti hat jedenfalls bis heute keine Rechnungslegung veröffentlicht.

Das wäre nicht möglich, wenn es die Palästinaregierung nicht dulden würde und wenn sie nicht ruhig zusehen würde, wie der von ihr bezahlte Mufti antijüdische und antizionistische Politik macht.


Anmerkung:
Zeitungsberichten zufolge traf sowohl den Duce also auch Hitler den Mufi – Bild zum vergrössern anklicken

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Anmerkung:
Zeitungsberichten zufolge traf sowohl der Duce also auch Hitler den Mufi – Bild zum vergrössern anklicken

 

 

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Hintergrund:

220px-MAal-Husayni-2Amin al-Husseini spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des modernen Antisemitismus im arabischen Raum und der Zusammenarbeit von islamistischen Antisemiten mit den Nationalsozialisten. Er war überzeugter Befürworter der Vernichtung der europäischen Juden im Deutschen Reich. Er knüpfte Kontakte zu den Nationalsozialisten, gewann die Unterstützung durch deutsche Führungskreise und lebte ab 1941 in Berlin. Al-Husseini war Mitglied der SS und betrieb Propaganda für Deutschland in arabischer Sprache. In der Spätphase des Zweiten Weltkrieges half al-Husseini auf dem Balkan bei der Mobilisierung von Moslems für die Waffen-SS. Der französische Innenminister erklärte im Mai 1945 rückblickend, al-Husseini sei die „Leitfigur deutscher Spionage in allen muslimischen Ländern“.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Amin_al-Husseini

http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2015-10/holocaust-jerusalem-amin-al-husseini-netanjahu-hitler-mufti
https://marbec14.wordpress.com/2017/01/26/netanyahu-hitler-wollte-die-juden-nicht-ausloeschen/

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