„Demonetarisierung“ – Der Feldzug gegen das Bargeld!

Am Tag der US-Wahl verkündete der indische Premierminister Narendra Modi urplötzlich eine „Überraschungsreform“. Wenig später wurde das meiste Bargeld – die 500- und 1.000 Rupien-Scheine – kurzerhand für nicht mehr gültig erklärt. Sie sollten schnellstmöglich aus dem Verkehr gezogen werden. So hatte quasi über Nacht 86 Prozent des Bargelds, das in Indien im Umlauf war, seinen Wert verloren!

 

Die internationale Stigmatisierung von Bargeld

Die Begründung für diesen spektakulären Schritt gleicht der Diskussion in Europa: Die Regierung will sich dadurch aus dem „Griff von Korruption, Steuerhinterziehung und Schwarzgeld“ befreien. Und die Schattenwirtschaft soll lahmgelegt werden. Doch ich habe Ihnen schon damals gesagt, dass dies eine Farce ist. Denn mit diesem Zwangsumtausch und der Bargeld-Rationierung werden vor allem die indischen Banken gerettet, deren Cash-Einlagen so in den Finanzinstituten verbleiben. Denn 9 Prozent ihrer gesamten Kreditsumme sind faule Kredite. Ohne diesen Schritt, wäre es zu einem Kollaps gekommen…

Der Bürger ist der Dumme

So begann ein sogenannter „negativer Bank-Run“: Das heißt, die Menschen gingen nicht auf die Bank, um Geld abzuheben, sondern um es dorthin zu bringen, bevor es nichts mehr wert ist! Nur noch bis zum 30. Dezember 2016 können sie ihr altes Bargeld auf ein Konto einzahlen. Oder es gegen neu entworfene Banknoten, die zusätzliche Sicherheitsmerkmale aufweisen, umtauschen. Das große Manko: Fast die Hälfte aller Inder besitzt gar kein eigenes Konto!

Dennoch hält die Regierung an der Verknappung des Bargelds fest. So werden Abhebungen an Geldautomaten auf 4.000 Rupien (54 Euro) pro Tag begrenzt. In den Bankfilialen selbst dürfen die Mitarbeiter nicht mehr als 20.000 Rupien je Kunde und pro Woche ausgeben. Der Rest muss auf den Konten verbleiben.

Damit werden selbst die kleinen Händler und Geschäfte gezwungen, auf bargeldloses Bezahlen umzusteigen. Sonst würden sie noch mehr Kunden und damit ihre Existenz verlieren. Nach Angaben von Bezahldiensten registrieren sich bei ihnen täglich bis 500.000 neue Kunden. Wie gesagt – täglich! Ein Riesen-Geschäft. Aber nur für sie.

Die Finanzdienstlandschaft wird verändert

Sie sehen: Die „Bargeld-Reform“ der indischen Regierung verändert die komplette Finanzdienstlandschaft. Während die großen Banknoten abgeschafft werden, legen die digitalen Bezahlsysteme in einem fast astronomischen Ausmaß zu. Dadurch beschleunigt sich das bargeldlose Bezahlen um ein Vielfaches – ganz im Sinne der Cash-Gegner…

Der Kampf gegen das Bargeld weitet sich aus. Und zwar global. So hat auch die indische Regierung vor wenigen Wochen einen sprichwörtlichen Feldzug gegen das Cash gestartet. So wurden kurzerhand die 500- und 1.000 Rupien für nicht mehr gültig erklärt. Sie sollten schnellstmöglich aus dem Verkehr gezogen werden. Quasi über Nacht verloren 86 Prozent des Bargelds, das in Indien im Umlauf war, seinen Wert!

https://www.volkspetition.org/petitionen/bargeldverbot-stoppen/

 

Der hohe Preis der Bargeld-Reform

Premierminister Narendra Modi kündigte bereits an, seine Nation zu einer „bargeldlosen Gesellschaft“ zu machen. Ich sage Ihnen: Mit der Abschaffung der großen Scheine hat er einen gewaltigen Schritt in diese Richtung gemacht. Aber das hat seinen Preis. Wie dieser in Indien aussieht, kann ich Ihnen verraten: 2017 wird ein Rückgang von einem Prozent des BIP erwartet. 400.000 Arbeitsplätze könnten vernichtet werden. Darunter Unternehmen, die Luxusgüter herstellen und verkaufen. Ebenso im Immobilien- und Bausektor. Auch die Textil- und Bekleidungsindustrie könnte schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn gerade diese bedient sich einer hohen Zahl an Tagelöhnern, die normalerweise bar bezahlt werden.

Letztlich hängen die negativen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt davon ab, wie schnell sich die Wirtschaft wieder erholt. Und wann die Beschränkungen für Bargeld-Abhebungen aufgehoben werden. Doch trotz dieser wirtschaftlichen Schäden hält die indische Regierung an ihren Plänen fest, das Land weiter zu „demonetarisieren“. Also „bargeldlos“ zu machen.

Venezuelas „Cash-War“

Auf der anderen Seite der Welt zog eine andere Regierung einen großen Geldschein aus dem Verkehr. Konkret: In Südamerika. In Venezuela. Dort soll der 100-Bolivares-Schein komplett verschwinden. Bürger, die solche Scheine besitzen, mussten diese innerhalb von 72 Stunden umtauschen oder auf ihr Konto einzahlen. Danach verlor er ganz einfach seinen Wert. Und damit war jeder gezwungen, den staatlichen Anweisungen nachzukommen.

Präsident Nicolás Maduro begründete diesen Schritt als „Verteidigungsmaßnahme“ in einem Wirtschaftskrieg gegen Kolumbien, Deutschland, Tschechien und der Ukraine. Denn diese Länder hätten in den letzten Jahren gezielt Bargeld aus Venezuela abgezogen, um der heimischen Wirtschaft zu schaden. Dahinter würden die Amerikaner stecken.

In Wirklichkeit aber führt die Regierung wegen der galoppierenden Inflation größere Geldscheine ein.

Bargeld soll auch in der EU verschwinden

Sie sehen also: Schon viele Regierungen führen einen Feldzug gegen das Bargeld. Und das zu Lasten der Bürger. Denn Cash hat für den Staat und die Banken den Nachteil, dass Kunden es von ihren Konten abheben können. Und so ihr Guthaben vor möglichen Strafzinsen oder Sonderabgaben schützen. Genau das soll verhindert werden.

Aber nicht nur in Indien oder in Venezuela, sondern ebenso in der EU! Schauen Sie nach Schweden, das wohl das erste „bargeldlose“ Land in Europa sein wird. Oder nach Dänemark. Dort will die Zentralbank überhaupt kein Bargeld mehr drucken. Die Pflichten zur Bargeldannahme wurden teilweise schon aufgehoben. In Griechenland und Italien sind nur noch beschränkte Barzahlungen erlaubt. Auch in Deutschland wird längst schon über eine Bargeldobergrenze diskutiert, die bei 5.000 Euro liegen soll. Und falls Sie es vergessen haben, erinnere ich Sie daran: Auch in der EU wurde bereits ein „großer“ Schein abgeschafft – nämlich der 500-Euro-Schein!

Verhindern Sie ein Bargeldverbot in der EU

 

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