Über die „schwarze Magie“ des Verschweigens

Schweigen kann dem Frieden dienen, aber auch dazu, sich zur Wahrheit nicht offiziell bekennen zu müssen – um dieses Schweigen geht es mir! Die Art von Schweigen und Verschweigen, die ich hier thematisiere, bezieht sich auf den problembezogenen Verhaltensintellekt, das vorsätzliche, das antrainierte Reagieren auf Situationen.

 

Die Botschaft der Harry-Potter-Legende ist im Satz: „Der, der nicht genannt werden darf…“. Die tausendmal gehörte Umschreibungsfloskel in Bezug auf den bösen, machtbesessenen Lord Voldemort alias Tom Vorlost Riddle (Original: Tom Marvolo). Ja, ich habe alle Bücher selbst und meinen Kindern vorgelesen und mit ihnen gemeinsam alle Filme gesehen. In dieser Geschichte war es nur Harry, der Schüler der Zauberakademie Hogwarts, der ihn unbeeindruckt beim Namen nannte, ihn entzauberte, ihn demaskierte und ihn damit Schritt für Schritt seine lang geglaubte Unverwundbarkeit nahm, sich sogar für seine Lebensgeschichte interessierte und diese zu verstehen versuchte, und ihn am Ende besiegte. Das ist die eigentliche, essenzielle Kunde dieser britischen Fantasie-Krimi-Reihe.

Mir geht es dabei nicht um schadensfrohe, genugtuende Namensnennungen, sondern um die generell erwünschte, sich ohnehin bereits langsam durchsetzende Courage, die „Übeltäter“ unserer Gesellschaft beim Namen zu nennen, ihre bis heute erfolgreich verteidigte Anonymität aufzureißen. Enttarnung. Demaskierung. „Geheimnislüftung“. Entdeckung – Aufdeckung. Je früher, je besser! Benennen heißt aber auch, sich dem Genannten offen zu stellen. Alles im Sein hat seinen Namen und den muss man ohne Angst aussprechen. Nur dann kann sich etwas zum Positiven verändern. Denn:

„Ich möchte wissen, wer du bist, wie dein Name lautet, um dich korrekt anzusprechen, und, wie du dazu gekommen bist…“

Anderes Gleichnis, eines aus der Zoologie, in denen ich „Schweigen“ mit Flucht assoziiere. Als in ihrer artspezifischen Evolution die afrikanischen Büffel begannen, sich der listigen, auflauernden Jagdgesellschaft, dem Löwenrudel, „ringförmig ausharrend“ zu stellen und nicht gleich in blinder Panik davon zu stoben und damit zur „leichten“ Beute zu werden, veränderte sich etwas in der Beziehung zwischen beiden Tierarten. Ein verändertes Jagdverhalten bei den Löwen, die den massigen Wildrindern mehr „Respekt“ zollen und ihnen vorzugsweise ausweichen. Und ein gewissermaßen gesteigertes „Selbstbewusstsein“ bei den Hornträgern. Selbiges geschah mit den Bisons gegenüber den Wölfen in Nordamerika. Natürlich werden in Ausnahmesituationen – lang währende Hungersnot und Beutemangel – abtrünnige Kälber, streunende Jungtiere und altersschwache Einzelgänger gerissen, oder, in fast schon „draufgängerischem“, „selbstmörderischem“ Verzweiflungsakt, ganz selten auch gesunde, erwachsene Tiere angefallen. Im Allgemeinen entwickeln sich aus den einst ausschließlichen Fluchttieren zunehmend verteidigungsstarke Populationen heraus, die das erworbene Verhalten ihrem Nachwuchs weitergeben. Die Metapher: Sie haben sich der Bedrohung „gestellt“, Aug in Aug; sie haben „das Schweigen gebrochen“..

Die Art von Schweigen und Verschweigen, die ich hier thematisiere, bezieht sich auf den problembezogenen Verhaltensintellekt, das vorsätzliche, das antrainierte Reagieren auf Situationen. Taktik. Kalkül. Berechnung. Es äußerst sich mannigfaltig in der Kommunikation. Umgehen, Ausweichen, Abwenden (Abschmettern), Desinteresse, Ignoranz, Ablenkungsmanöver, scheindiplomatische Meinungsenthaltung, Definitionsabänderung der bezogenen Materie, Selbstverleugnung, sich nicht betroffen fühlen; und sonstige Abwehrstrategien. Es ist die Flucht in eine einstudierte Rhetorik. Zu aller letzt ist es Selbstbetrug.

Zurückzuführen sind solche „Manieren“ auf Angst. Angst, die wahre Identität preiszugeben und dadurch mit existenziell negativen Folgen rechnen zu müssen. Angst, die eigene Gier nicht mehr befriedigen zu können. Angst, vermeintliche Freunde zu verlieren, keine Aufmerksamkeit und Anerkennung zu empfangen. Angst, zu vereinsamen. Wie und was auch immer… Dieser „situationselastische“ (geborgtes Zitat vom Exverteidigungsminister Klug) Wesenszug hat naturgemäß seinen Preis, er verlangt nach Unterordnung, nach Systemtreue bis hin zur völligen Unterwerfung.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn ich Angst habe, gewähre ich dem anderen, der darauf sehr viel Wert legt, Macht über mich. Arno Gruen, mein „psychoanalytischer Favorit“, schrieb in seinen Werken, oder sagte es immer wieder in Interviews, dass wir den Leuten, die machtbesessen sind, aber auch denen, die lügen, dies ins Gesicht sagen und ihren Namen aussprechen sollten. Verschweigen von Tatsachen und das Schweigen über die Wahrheit und den Tätern ist Zustimmung, ist ein subtiles Einverständnis zu Unrecht und Unwahrheit.

Verschweigen von Ursachen hat Symptombekämpfung zur Folge. Beispiele:

Wir lösen nicht die Ursachen der Bettelei, nein, die Bettler müssen weg!
Wir lösen nicht die Ursachen des Flüchtlingsphänomens, nein, die Flüchtlinge müssen „büßen“ oder weg.
Wir lösen nicht die Ursachen der Kriege, nein, dafür verurteilen wir die Kriegsverbrecher.
Wir lösen nicht die Ursachen der Arbeitslosigkeit, nein, wir schikanieren die Betroffenen und unterstellen ihnen immer noch Arbeitsunwilligkeit.
Wir lösen nicht die Ursachen der Erkrankung, nein, wir „bombardieren“ die Symptome oder schneiden sie einfach raus.
Es ähnelt der antibiotischen Anwendung bzw. praktiziertem Exorzismus.

Vladimir Palko, Autor des Buches „Die Löwen kommen“ – diese Lektüre war für mich die reinste Fehlinvestition!

Ein blindwütiger Kirchentreurer. Der ehemalige, slowakische Innenminister kritisiert mit eloquenter Leidenschaft die verfallene Moral unserer Zeit, die opportune Zwiespältigkeit der christlichdemokratischen Parteien und verschweigt, mir nichts, dir nichts, die grauenhafte, brutal ausgelebte Amoral in der unseligen Kirchengeschichte. Man kann getrost von angewandter Blasphemie seiner Kirche sprechen, die Katholische, wenn auch das meiste der Vergangenheit, die lange genug währte, angehört. Einer seiner Lieblingsthemen, die Abtreibung, der Abortus, dazu noch später. Ein weiteres beschreibt den Kampf auf das „Recht aufs Kreuz“ in den Schulen, möchte im selben Atemzug aber andere Glaubenssymbole daraus verbannen. In Wahrheit ist der „Kniefall vor dem Kreuz“ eine sofort brüsk negierte, aber dennoch verherrlichte Götzenanbetung. Werter Herr Palko, der er sich als Demokrat ausgibt:

Auf diesem Kreuz klebt nicht nur das Blut Jesu Christi, sondern auch das von so vielen Millionen Unschuldigen! Unentwegt aber schreibt er fast schon krankhaft vehement gegen die sozialistische und kommunistische Entwicklung in der Welt. Er schreibt vom Recht auf unsere – wie bitte? – katholische Religionskultur der bereits zweitausend Jahren. Unglaublich! Was für ein Recht??? Lieber Demokrat, wollen sie uns allen Ernstes weismachen, dass dieser Glauben demokratisch bei uns eingeführt wurde? Sie bekennender Christdemokrat, der sich mächtig stolz erklärt, als amtierender Innenminister zwei Jugendliche festgenommen und außer Landes verwiesen zu haben, weil sie demonstrativ die Amerikanische Flagge während des Bush-Besuches verbrannten… Ich würde allzu gerne wissen, wie Sie Demokratie definieren; und im Bezug darauf noch mal zurück zum Vatikan, der selbsternannten Hochburg der Christlichkeit und sein Wirken:

Diese religiöse Gesinnung wurde mit äußerster Gewalt in Europa verbreitet, gefürchtete Inquisitoren zogen eine blutige, grausame Spur durch diesen Kontinent. Hat der Mathematiker und Politiker vergessen, dass hinter dem „missionierenden Kreuz“ die Soldaten einher zogen um Heiden zu „bekehren“, oder sie auszulöschen? Die Päpste selbst bedienten sich lange Zeit ihrer eigenen Heere. Oh, die sämtlichen Kreuzzüge gegen Muslime, na, das waren christliche Abenteuer, was? Nicht zu verachten die vorgetäuschte Christianisierung der Neuen Welt Amerika, oh, fast hätte ich Afrika ausgelassen; welche in Wahrheit imperialistische Invasionen waren, sich neue Territorien und seine Ressourcen einzuverleiben.

Die Kolonien brachten der Kirche immensen Reichtum, oder nicht? Davon zehrt die „Kirche der Armen“ heute noch. Das „Zehent“, sie wissen, Herr Palko, oh Gott, da wurde gewaltig „hinter Gottes Rücken mit eingestreift“… Der „Zehnte“ schlägt sich heute noch als Kirchensteuer nieder.

Wie viele verheerende Waffen wurden vor ihrem Einsatz „vatikanisch gesegnet“? Oh Gott, wie christlich diese Zeit war und ist… Die Wahrheit der Christianisierung ist, diese Religion erklärte man gewissermaßen zur unfreiwilligen Pflicht! Und sie war lange Zeit im Finsteren Mittelalter oberste Gerichtsbarkeit und Exekution; es war das „Vatikanische Regiment“, das für diese epochale Beschreibung zeichnete.

Ist Herr Dr. Palko noch zu retten oder gar ein Trickster? Hat er vergessen, dass viele tausende Jahre vor der „christlichen Zwangsbeglückung“ das Europa, wie alle anderen Naturvölker dieser Erde, spirituell-schamanisch durchwirkt war; einem Druidenkult frönten, der bei weitem, wenn überhaupt, sich nicht so grausam auswirkte, wie das, was danach „kam, sah und siegte“? Ich denke, dass Herr Palko nicht nur fromm, sondern auch gebildet und intelligent ist, nur sein Werk strotzt vor Widersprüchlichkeiten und himmelschreiendem Verschweigen. Das Schweigen über die nicht zu leugnenden Schattenseiten seiner angebeteten Kirche!

Die Katholische Kirche selbst hat ja ihre Widersacher, den Widerstand gegen sich infolge ihrer ungenierten Machtbesessenheit heraufbeschworen. Sie ist eine sich selbst geschaffene Institution, die Jahrhunderte lang die Menschen schikanierte, sie in Angst und Schrecken hielt und unbarmherzig tötete, wer nicht ins Konzept passte. Sie hat sich wunderbar mit Faschisten arrangiert und hinter Kutte und Soutane, hinter Altar und Klostermauern alles nur erdenklich Unmoralische getrieben. Und dann haben Vertreter und Sprecher dieses „Glaubenskonzerns Vatikan AG“ die Dreistigkeit, über den moralischen Verfall in unserer Gesellschaft zu klagen. Der Herr sei Herrn Palko gnädig und lasse Güte walten… Amen!

Klerikaler Epigone? Ein Kirchenklon? Gar ein Klingon?

Oh je, schon wieder ein blindwütiger Kirchendiener ohne eigener, innerlich gereifter Meinung. Reaktionäre Kirchenchristen bzw.   Fundamentalkatholiken gegen vermeintliche Glaubensrevisionisten? Ich erhielt kürzlich einen Beitrag eines Täuschers, eines Blenders, eines Verschweigers, eines Otto-Habsburg-Fans. Er schrieb unter dem Betreff „Braune Gespenster und Rote Teufel“. Kar doch, Rote Teufel, oder? Da fragst du dich, in welcher Welt dieser Mensch bislang lebte? Ich habe für vieles Verständnis, nur nicht für bewusstes Schweigen über eigene Unzulänglichkeiten und Missetaten, sowie für Lügen!

Wenn man diesen Personen so zuhört, wie konkret dem Dr. Adam, wenn man keinen Verstand besitzt und man auf kein geschichtliches wie politisches Wissen zurückgreifen kann, wäre man glatt geneigt zu glauben, dass die Zeit vor den sich bildenden „Linken Zellen“, den Kommunisten und Sozialisten, eine Wonne und Wohltat für die Bevölkerungen war. Und jetzt durch die Marxisten die Hölle über uns alle hereingebrochen ist. Das heißt für die erwähnten Genies, das sozialistische Manifest ist aus reiner Langeweile, Abenteuerlust und Willkür entstanden. Er bezeichnet die Sozialisten generell als „Keller-Nazis“ und den Van der Bellen als Altkommunisten. Das kann nur humoristisch gemeint sein, sonst…

Liebe Leute! Vielleicht sollte man die beiden Herren einen Kabarettsketch in „Doppelkonferenz“ aufführen lassen. Die Unverbesserlichen, die gebildeten Lernverweigerer, die Bornierten. Egal. Das Problem ist, dass der wahre, der wissenschaftliche Sozialismus, der demokratische Strukturen voraussetzt und auf christlichen Werten fußt, noch gar nicht existiert. Derzeit herrscht der subtile, der smarte Wirtschaftsliberalismus. Diese kapitalistische, diktatorische, rein konsumausgerichtete Gesellschaftsstruktur verhindert jegliche aufkommende, sozialistische wie demokratische Bewegung. Und schon wieder, wie gewohnt, ist es die Katholische Kirche, die sich dabei zum Komplizen machte und alles andere gern bei der Nase nimmt und sie am Ring daran in der öffentlichen Manege vorführt. Die eigene, unzenschwere Goldene Nase jedoch mit erhofften Gottes Segen zu verbergen sucht!

Für wie blöde halten diese Typen uns Leser? Ihnen rate ich ein Sprichwort an: „Halte andere nicht für dümmer als du selbst bist!“ Der Nationalsozialismus ist eine Verunglimpfung und pervertierte Verschmelzung zweier grundsätzlich divergierender Begriffe. Sozialismus und Nationalismus sind absolut inkompatibel. Die richtige Bezeichnung für das Hitler-Regime laute: Nationalfaschismus. Und, ja natürlich, lieber Herr Dr. Adam, zu Zeiten der europäischen Monarchien ging’s allen wirklich gut. Man verhielt sich vorbildlich christlich, ihrer Ansicht nach. „So wahr mir Gott helfe!“, sagten viele der katholisch unterstützten Regenten und schlachteten dann ihre Feinde ab. Wie kann man trotz akademischer Bildung derart mit Blindheit geschlagen sein?

Alles was gegen ihre Vorstellung spricht, werden ein Dr. Adam und ein Dr. Palko vermutlich als Verschwörungstheorien abtun. Auch ich habe das unselige Buch Palko’s gelesen. „In der Löwengrube“ wäre treffender, als Prüfung, ob du da wieder „heil“ herauskommst… Sie reden und schreiben über die marxistische und leninistische Unterwanderung Europas. Palko schreibt von der stillen Revolution in der EU. Wie bitte? Die ist alles andere als sozialistisch „angehaucht“ oder kommunistisch unterminiert. Wenn wir heute von einem gesellschaftspolitisch ideologischen Feind reden wollen, dann heißt dieser Neoliberalismus bzw. Wirtschaftsliberalismus.

Auch wenn ich in einigen wenigen Punkten eine ähnliche Sichtweise wie Herr Palko vertrete, sein Buch ist und bleibt eine Blendungslektüre. Die katholische Selbstverherrlichung. Anprangern alles Nicht-Katholischen und Schönreden einer scheinchristlichen Kirche bis zur Unerträglichkeit.

Wenn zwei katholische „Hornochsen“ über das Gebären befinden und urteilen… vermessen und verwerflich!

Worüber sie schweigen, sich nicht aussprechen, sind die Folgen von Abtreibungsverboten, abgesehen vom seelischen Schmerz des „Zwangsgeborenen“, wenn er später nach seinen Eltern sucht; oder spürt, dass er ungewollt war und ist, dass er einfach ohne Liebe und ohne freudiger Erwartung „passiert“ ist. Gut, in diesem Fall kann die Gemeinschaft positiv auf diesen Menschen wirken. Aber wie soll man denn anhand der weltweit steigenden Kinderarmut darüber entscheiden? Blicken wir innerhalb der europäischen Grenzen. Tausende Straßenkinder in Rumäniens Hauptstadt. Ein wunderbares Bild der Zukunft in diesem wirtschaftsliberalen System. Wie soll man mit vergewaltigten Frauen verfahren, ihrer Meinung nach, Herr Palko und Adam, die dadurch geschwängert wurden? Da schweigen sie vermutlich und wechseln das Thema, wie das sture Katholiken eben gerne tun…

Die Abtreibung haben, nach Ansicht der beiden Herren, die Kommunisten und Sozialisten erfunden und es gesetzlich verankern lassen. Wie irregeleitet oder heuchlerisch muss man sein, wenn man die Gewaltabtreibungen des Klerus verschweigt, der Jahrhunderte vonstatten ging. Wenn der Papst, Kardinal, Bischof, Abt oder Pfarrer eine Frau schwängerte, weil diese Typen genauso Lust auf Sex hatten wie „Nicht-Geweihte“. Da gibt es genug an Nachschlagmöglichkeiten, wie man danach grausam verfuhr. Entweder wurde der Embryo gewaltsam aus dem Leib gerissen, wonach meistens die Mutter verblutete, oder das frisch Geborene wurde gleich an Fremde weggeben und, wenn möglich, „verkauft“, oder der Säugling wurde „entsorgt“ (getötet), oder die Mutter – ob noch schwanger oder schon entbunden – als „Hexe entlarvt“ und gleich samt dem „Teufelsbraten“ am Scheiterhaufen verbrannt. Christlich und „Pro-Vita“, was??? Da bleibt einem die Spucke weg.

Meine Meinung und Lösungsansatz: Mir ist im Zuge dessen vollkommen klar, dass in letzter Konsequenz die Mutter entscheiden muss! Prinzipiell bin ich aus rein ethischen und ästhetischen Gründen auch gegen den Abortus. Aber, aufgepasst und kein Widerspruch, ich bin so lange d-a-f-ü-r, so lange die existenzielle Absicherung und Unabhängigkeit und der berufliche Werdegang der werdenden Mutter zu ihrer vollen Zufriedenheit n-i-c-h-t gesetzlich gewährleistet ist! Aber auch dann muss es immer eine individuelle Ausweichmöglichkeit geben. Ich bin absolut davon überzeugt, dass in diesem Fall die Abtreibungsrate massiv rückläufig wäre!

Er, wie alle anderen Pseudochristen verurteilen die immer mehr und frecher in Szene gesetzte Homosexualität, insbesondere das Verehelichen gleichgeschlechtlicher Paare samt Recht auf Kinderadoption. Was die Kinder betrifft, bin ich mal ausnahmsweise seiner Meinung – Lasst die Kinder aus dem Spiel! – zu allem anderen muss ich daran erinnern, dass es „seine“ Kirche seit Einführung des Zölibats (Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam!), rund 300 Jahre n. Ch., geradezu förderte. Das verpflichtet vorstrukturierte Leben im Kloster ist gleichzusetzen mit der militärischen Kasernierung von Männern. Böse Zungen sprechen darüber von dahingehend betriebenen „Zuchtanstalten“.

Der Herr möge es den beiden „ehrenwerten Herren“ im Schlaf geben…, und wenn es nix nütze, möge der Herr gnädig mit ihnen sein… Amen! Als überzeugter Demokrat muss man allen Menschen selbstverständlich eine freie Meinungsäußerung zugestehen, auch wenn ihre Ansichten frappierend und absurd erscheinen. Herr Palko und Herr Adam wollen sicherlich einmal ins himmlische Paradies hinein, hinauf, hinüber, oder wohin auch immer… Apropos:

Das Himmelreich, das Paradies ist wo?

Dieser Refrain aus einem niederbayrischen Heimatkrimi, dessen erste Zeile ich reimtechnisch bisserl abwandelte, geht mir nicht aus dem Kopf…

„Sog is des gwiss,
obs Paradies
am Himme ist?“

Okay, es sei hier nicht verschwiegen: Lukas 17:20 und 17:21 aus der Schlachterbibel 1951 (Danke, „Euere gräfliche Seligkeit“!): „Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit Aufsehen. Man wird nicht sagen: Siehe hier! Oder: Siehe dort ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“

Die Christkindlüge

Weil der Pfarrer Ludwig Gmoser nicht verschwieg, dass die Eltern für die Weihnachtsgeschenke sorgen, sorgte er für eine öffentliche Entrüstung, für einen Dorfaufstand. Weil er nicht log? Da soll laut Zeitungsmeldung die gesamte Schülerschar plärrend nach Hause gelaufen sein und die Eltern waren fassungslos. Auch ich war über diesen Artikel fassungslos bis belustigt bis verärgert, weil man es noch als Schlagzeile kolportierte, zum Titelseitenthema hoch peitschte. Wie geistlos hetzend manche Heute-Schmierer sind.

Aber ist es nicht so, dass ja ursprünglich das Christ(us)kind beschenkt wurde, z.B. von den Heiligen Drei Königen? Ist es nicht so, dass der Nikolaus von Myra – der „falsche Weihnachtsmann“ – vor langer, langer Zeit Geschenke, vor allem an Kinder verteilte, dass da in der traditionellen Überlieferung einiges verdreht wurde? Um den Konsum ordentlich anzuheizen? Wäre es denn nicht verständlich, wenn die Kinder nicht über die „bittere Wahrheit“, sondern eigentlich darüber heulen, betrogen worden zu sein, und das von den eigenen Eltern? Bis heute verstehe ich nicht, warum man Kindern Lügen auftischen muss.

Als mich mein Sohn als Volksschulfrischling eines Tages um Weihnachten herum fragte, ob es, wie er anderswo hörte, das Christkind gibt, welches alle Kinder auf der Welt beschenkt, stellte ich ihm die Gegenfrage, ob er sich das denn vorstellen kann. Die Antwort war klar und deutlich: „Vati, das kann doch gar nicht sein, alle Kinder gleichzeitig zu beschenken. Ich glaube Du und Mammi kauft mir was.“ Auf die Frage, ob er nun enttäuscht sei: „Nein, ich finde es schön, wenn wir feiern und ich von euch Geschenke bekomme.“ Dann sprachen wir ausführlich über das traditionelle Fest und warum wir und andere es feiern, nämlich zu Gedenken Jesus Christus.

Daraufhin führten wir eine jährliche Christfestzeremonie ein, die Erzählung der Geschichte von Josef und Maria anhand einer großen, entsprechend bemalten und dekorierten Spanplatte mit Kerzen darauf, die all die beteiligten Figuren symbolisierten und im Zuge ihres „Auftritts“ angezündet wurden, dabei lasen wir aus einer Kinderbibel vor. Die von meinem Großvater selbst geschnitzte Krippe samt Figuren und Beleuchtung durfte freilich nicht fehlen. Fazit, die Wahrheit hat absolut nichts an Faszination von der adventlichen Verzauberung eingebüßt. Unsere Kinder freuten sich jedes Jahr darauf.

Der „Diktator“ Fidel Castro ist tot…

Ja, schade! Eine angenehme Reise wünsche ich ihm im Nachhinein. Er hatte durchgehalten bis zu seinem Ende. Diktator, liest man in den kommerziellen Tagesgazetten. Diktator? Dieses Wort verschweigt, was zuvor die Zuckerrohr- und Tabakinsel politisch heimsuchte. Ende 1958 gelang ihm mit einer „Handvoll“ Getreuen der revolutionäre Umsturz in seiner Heimat. Er berief sich dabei auf das Recht auf Widerstand! Der wirkliche Diktator und Volkstyrann und Ausbeuter, werte „Journalisten“, hieß Fulgencio Batista und entledigte sich vieler tausender Gegner auf brutalste Weise. Aller Vernunft zum Trotz erhielt er, zwar sicherlich nicht direkt für seine Morde, 1957 einen besonderen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland; da ist man wahrlich irritiert… Korrekte Bezeichnung für Fidel Castro ist Revolutionär, Regierungschef und Staatsoberhaupt. Das Volk stand geschlossen hinter seinem geführten Widerstand, das sollte man niemals vergessen… Die medizinische Versorgung in Kuba und dahingehende Forschung wurde kürzlich im ORF per Doku besonders hervorgehoben! Und das, obwohl diese Karibikinsel bis heute international boykottiert wurde!

Das Schweigen der „Lämmer“ im Hohen Stall der Volksvertreter  

Nicht nur ein koalitionsbedingtes Ausschweigen politischer Gesinnungsgemeinschaften zu akuten Themen schafft eine Stille, einen Stillstand, eine Leere, die zum Füllen einlädt. Wie sich die einst christlich motivierten Parteien von ihren Gründungsinhalten, ihrem ideologischen Corporate Identity verabschiedet haben, taten es genauso die Führungen der linken, der sozialistisch orientierten Organisationen. Man entschied sich für den liberalen Weg. Und? Nix und, und nix weiter…

Diese selbst produzierte Vakuole, ein Vakuum, wird dem physikalischen Gesetz des entstandenen Unterdrucks zufolge, aufgefüllt; im hiesigen Kontext also mit unerwünscht faktischer Kritik und mit ablenkungsreichen, fantasiefreudigen Verschwörungsthesen; obwohl, Freunde, wir schlittern in eine Ära der intellektuellen Moderne, wo Systemkritik generell verschwörungsverdächtig zu sein hat. Gleichzeitig werden die fabrizierten Leerräume mit „feindlichem Gedankengut“ befrachtet.

Koalitionswahn bedingt Schweigen… vor allem, wenn eigentlich divergierende, politische Grundsätze aufeinanderprallen. Doch was steht dahinter? Was wird nach außen hin gern geleugnet bzw. totgeschwiegen. Ohne ins Detail gehen zu wollen: Es beschreibt die eigene Unfähigkeit bzw. Unwilligkeit, die ich jederzeit auf den „Partner“ projizieren kann, sie ihm unterschieben, unterstellen. Es ist eine taktisch-pragmatische Vorgehensweise, wobei man offensichtlich den Gedanken hegt:

„Oh, wie bin ich furchtbar schlau und hoff’, dass keiner mich durchschau’!“

„Tatort“-Thematik.

Auffallend ist bei so ziemlich allen neuen TV-Krimis der „Tatort“-Reihe und anderen deutschen Krimiserien, dass es vorwiegend um Korruption, um interne Schwachstellen geht; letztendlich immer um die so genannten „Anweisungen von oben“. Ein Zeichen? Eine Warnung? Ein Selbstbekenntnis? Wenn ein mutiger, konsequenter Hauptkommissar Ungereimtheiten bei aktuellen Ermittlungen und zurückliegenden Fallbearbeitungen entdeckt, ihm dubioses, befangenes Verhalten bei seinen Kollegen bemerkt, dann verlangt man von ihm Verschwiegenheit und fordert vehement Aktenschließung ein, oder ein Wiederaufnahmeverbot.

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