Menschen gegen Menschen rechnen

Dass wir es als Thema machen, dass wir uns verleiten lassen, darüber zu diskutieren? Unschuldige Menschen gegen unschuldige Menschen rechnen, die Menschenmenge als Wertmaßstab in Erwägung ziehen zu wollen, als ginge es um lebloses Material. Ein gestelltes Gerichtsszenario für EINEN Menschen, stellvertretend in Wahrheit für uns alle!!! Ich war fassungslos. Wie verrückt sind wir?

 

Ein klares Nein zum Abschuss! Das sagt mein Herzverstand!

Durch den vermeintlichen Abschuss werden wir nie erfahren, ob das Passagierflugzeug tatsächlich im voll besuchten Stadion oder überhaupt irgendwo detoniert wäre; also beruht die mörderisch-fatale Entscheidung, lediglich auf einer Annahme, einer Fiktion, einer Hypothese, einer Vermutung, vielleicht sogar auf einen Fehlalarm hinauf! Denn, um die Verkehrsmaschine so abzuschießen, damit auf zivilem Territorium durch abstürzende Flugzeugteile nicht noch ein größerer Kollateralschaden entsteht, muss man es über unbewohntem Gebiet ins Visier nehmen, heißt, in entsprechender Höhe und Entfernung! Und je weiter weg der Abschuss erfolgen soll, je mehr verhärtet sich der Theoriestatus einer vermuteten Terroraktion. Wie verrückt lassen wir uns machen?

Denn was, wenn es doch nicht zur Katastrophe gekommen wäre, weil es sich, wie schon gesagt, als Fehlalarm herausstellte! Oder weil eine Vereitelung des Anschlages durch die Crew oder Passagiere erfolgt wäre? Und wer sagt, ob in solch einer Distanz ein hartnäckiges abdrängen des Flugzeugs nicht doch noch möglich gewesen wäre? Oder, noch besser, weil man rechtzeitig das Stadion oder andere Ballungsräume evakuiert hätte? Wie verrückt wir bereits sind, wenn wir über den Piloten abstimmen wollen!

All das erinnert mich an das Befürworten und Tolerieren von militärischen Präventivschlägen, im Namen des Friedens! Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki waren als Vorbeugung gedacht, damit die Japaner und damit indirekt auch ihre Verbündeten zur Räson gebracht wurden und überhaupt die gesamte Welt mal eingeschüchtert war und somit die USA für längere Zeit mit keiner militärischen Gefahr rechnen musste! War es richtig so, oder? Haben sie verstanden, was ich damit meine? Merken wir nicht, wie verrückt wir eigentlich geworden sind, uns auf Spiele dieser Art einzulassen?!

Die Botschaft hinter solchem TV-Spektakel. Der „Volksentscheid“ der Deutschen, Schweizer und Österreicher verlief mit deutlicher, durchschnittlicher 85%-Mehrheit FÜR den Angeklagten, für den Freispruch des Piloten! Was heißt das eigentlich und vielleicht in weiterer, politischer Folge, wo Regierungen davon ausgehen, dass der Terror, der nicht nur radikal islamisch begründet ist, weltweit zunehmen wird und man so tut, als hätte man mit alldem nicht im Geringsten etwas zu tun? „Ihr habt euch doch klar entschieden in solch einer „Ausnahmesituation“, schon vergessen?“. Vorsicht also! Es könnte die Vorstufe bedeuten, um derartiges Vorgehen zu rechtfertigen und zu legitimieren. Wie sagte der Verfassungsrechtler Univ.Prof. DDr. Heinz Mayer in der anschließenden Kommentatorenrunde zum Spielfilm? Es wäre ein Staat der von der Humanität zur Bestialität überginge! Auch er hätte bei der Verurteilung des Piloten den „Schongang“ eingelegt. Wie immer, auch ich plädiere auf…

unschuldig! Ohne mich dem Voting angeschlossen zu haben! Sie staunen jetzt womöglich? Trotzdem ist es so einfach: Zwar ist der Pilot nicht Gott oder sonst eine kosmisch übergeordnete Instanz, die sich so eine Entscheidung anmaßen darf und ist meiner Meinung und spirituellen Überzeugung nach vorweg mal ein Massenmörder wie alle Soldaten, die berufsbedingt Tötungsbefehlen folgen müssen! Aber er wäre nicht allein zur Verantwortung zu ziehen!

Denn der Pilot ist Teil des Systems, das System bedient sich Militärs zur nachdrücklichen Durchsetzung nationaler wie internationaler Interessen, wenn deren Regierungen darauf bestehen. Das System sieht vor, dass ein Soldat zum Töten ausgebildet und instrumentalisiert wird und dahingehend gehorchen muss; Arno Gruen sprach dahingehend von der Abkoppelung vom Menschlichen, die Abspaltung von der ureigenen Persönlichkeit und freien Willen. Wenn auch in diesem speziellen Fall der Kampfpilot keinerlei Befehle erhielt, weder für noch gegen den Abschuss, überließ man feige einem einzelnen Menschen solch eine Entscheidung! Das ist Regierungsseitig einfach fahrlässig! Doch der Irrsinn ist nicht zu Ende und wird immer deutlicher:

Hätte der Pilot, zum Beispiel wissend, dass seine Familie an Bord des Zielobjekts ist, wegen Befangenheit die Rakete verständlicherweise nicht abgefeuert, hätte sich seine Wertevorstellung mit einem Schlag verkehrt. Hieße weiters, er hätte vice versa 70.000 Menschen für seine Familie geopfert, bzw. es wären am Ende höchstwahrscheinlich alle „draufgegangen“! Merken wir, in welchen Denkschlamassel wir uns da begeben?

In der Realität wäre dem unseligen Jagdpilot nach dem Urteilsspruch „UNSCHULDIG“ so und so kein ruhiges, beschauliches Weiterleben beschieden gewesen. Denn nichts wird für ihn und seine Familie so sein wie vorher. Nicht nur immer wiederkehrende Albträume und Phasen der Selbstvorwürfe werden ihn mit Sicherheit plagen. Sondern! Der, um die Verwandten, Ehepartner und Freunde der Flugzeugopfer zigfach potenzierte Hass wird ihn und seine Familie bis zu ihrem Lebensende verfolgen, wodurch er täglich mit allem rechnen muss.

Also, wer beneide ihn um diesen Freispruch???

Schuldig oder nicht schuldig – die moralisch falsche Fragestellung! Richtig wäre: Sind sie für oder gegen das Opfern Unschuldiger für Unschuldige? Oder, sind sie für oder gegen den Abschuss im konkreten Fall? Für mich ein äußerst fragwürdiges und irgendwie heimtückisch anmutendes TV-Spiel! Fazit: Schluss mit Gewalt! In einer Welt des wahrhaften Friedens und wahrhafter Demokratie hört sich auch der Terror auf! Das „Wir“ in diesem Text gilt nicht ausnahmslos für alle!!!

Wir können noch im Konjunktiv weiter spinnen und alle Eventualitäten ausschöpfen, wie zum Beispiel, der Kampfpilot wisse um die Anwesenheit seiner Familie im Stadion; oder der Pilot des Passagierflugzeuges wisse um die Anwesenheit seiner Familie im Stadium oder aber seine Familie ist mit an Bord? Wie würden sie da als Pilot gegenüber den Terroristen handeln? Könne man einen Piloten dazu zwingen, seine Maschine als Bombe zu benutzen, wobei er ohnehin stirbt? Wie würden sie als Pilot in so einem Fall, wo es für sie so und so keine Alternative zum Überleben gibt, reagieren? Würden sie sich vielleicht selbst opfern, um alle anderen zu retten und die Maschine so lange es geht auf ursprünglichem Linienkurs halten? Obwohl und ehrlich gesagt, es unwahrscheinlich ist, dass Selbstmordattentäter dieses Kalibers ohne Ersatzpiloten agieren! Doch am Ende sind es Gewissensfragen, die man im „Ruhezustand“ nicht wirklich beantworten kann!

sendezeit-terror-ihr-urteilTrailer des Films TERROR – IHR URTEIL. Der Ganze Film lief zur Besten Sendezeit zur selben Sendezeit im deutschen, österreichischen und schweizerischen Fernsehen.

Hier ein Trailer des Films: TERROR – IHR URTEIL.

Darf man 164 Menschen töten, um 70.000 zu retten? Das Gericht steht vor einer schweren Entscheidung. Durfte der Kampfpilot Lars Koch (Florian David Fitz) eine Lufthansa-Maschine abschießen, um zu verhindern, dass ein Terrorist das Flugzeug auf die vollbesetzte Allianz Arena stürzen lässt? Weil es keinen Befehl gab und er sich eigenmächtig über geltendes Recht hinwegsetzte, muss sich der 31-Jährige jetzt verantworten. Für den Familienvater ist klar, dass er als Soldat im Kampf gegen den Terrorismus nicht anders handeln konnte. Doch ist Lars Koch ein Held oder ein Mörder? Darüber verhandelt die große Strafkammer des Schwurgerichts Berlin. Zwei alternative Enden: Urteil „Schuldig“ und Urteil „Nicht schuldig“

 

 

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