Freidenken nicht erwünscht… die politischen Folgen…

Reine Erziehungssache… Dressur und Abrichtung… Bildung zum Gehorsam… Wichtig ist, was erwartet wird, dass man das Vorgesungene gedankenlos beklatscht. Dass man fehlerfrei das nachgrölt, was einem vorgegrölt wird. Dann ist man ein braves Kind, ein braver, mustergültiger Schüler, ein braves Parteimitglied, überhaupt ein braver Bürger! Politische Askese, meinungspolitische Enthaltsamkeit, aber auch sture Parteiprogrammpolitik, all das sind entwicklungshemmende, systemerhaltende Verhaltensweisen.

Die parlamentarische, ebenso parteiliche Regierungsopposition, wie sie sich heute präsentiert, richtet siech nicht gegen das herrschende System, das ja längst zu hinterfragen wäre, sondern hofft lediglich, durch Wahlerfolge frei werdende Posten mit ihren Leute besetzen zu können. Mehr ist da nicht… scharfe Zungen nennen es Pfründeschaffen, Postenschacher. (Dieser Absatz ist in Anlehnung an den Freigeist H. A. Pestalozzi.)

„Dreck auf Papier“!

Für TTIP, CETA und weitere, anhängende, dubiose Handelsverträge gilt grundsätzlich: Wenn einmal solche Kontrakte ratifiziert sind, können die, die da signierten, jederzeit Klauseln einfügen und oder streichen. Da haben wir als Volks-Souverän keinen Zugriff mehr. Der Hausverstand sagt, dass ein „Papier“, welches dermaßen dubios und fragwürdig, somit verdächtig halbkriminell dahereierte und schon so lange zusätzlich ausverhandelt werden muss und das intransparent: „So nicht!“ Es ist durchaus vernünftig, im Zweifelsfall mit NEIN zu reagieren! Natürlich hätte man es gar nicht öffentlich so breit treten müssen, und all diese „bikontinentalen“ Verträge längst absegnen können; nur solches Vorgehen ist die Aushebelung von den vorhandenen, demokratischen Strukturen. Ähm, demokratisch? Ich erinnere an die Worte Robert Jungk, der 1991 als BP-Anwärter für die Grünen kandidierte: „Die EU ist eine höchst subtile Form des Faschismus!“    

Und übrigens: Funktioniert der Warenaustausch und jegliche wirtschaftliche Handelsbeziehung mit den USA und Kanada denn HEUTE nicht? Also warum überhaupt einen neuen Vertrag? Grundsätzlich gilt aus Erfahrung, dass von „drüben“ nichts ohne eklatanten Vorteil für die da „drüben“, in die Wege geleitet wird!!! Für uns Europäer ist der Inhalt nicht mal das Papier wert, auf dem er gedruckt wurde. Hingegen für die Amis hätte es einen unschätzbaren Wert, den Wert der Totalkontrolle über Europas Volkswirtschaften und Binnenmärkte. Alles an Wirtschaftsvereinbarungen, die uns seitens den US und CA vorgelegt werden sind nach mehrheitlicher Meinung rigoros abzulehnen! Wenn die Brüsseler Spitze dem zustimmt, wissen wir, auf welcher Seite das EU-Parlament steht. „Ich erwarte vor der SPÖ wie den GRÜNEN, dass sie sich klar und deutlich davon distanzieren!“

EFTA 2.0 ist schon im Anmarsch! 

Der noch lange nicht vollzogene BREXIT mangels Antragstellung, also ein Kaspertheater sondergleichen, löst in der Schweiz den Gedanken an ein mögliches Aufleben des alten Freihandelspaktes aus, welcher durchaus in Konkurrenz zur maroden EU stehen wird.

In der Zwischenzeit beginn in dieser Angelegenheit Kerns Kernigkeit zu zerbröseln. Junckers Kopfwaschen ist vollbracht. Seine vorangegangene parteiinterne Umfrage war anhand der (Fang)fragenstellung so und so ein bisserl zweifelhaft, denn es ging dabei nur um eine Modifikation der Handelspakte. Wahrscheinlich brauchen wir die Katastrophe um aufzuwachen… und dann?

Der Mut zur Systemkritik wächst… die Not macht denkend, aber ebenso steuerwillig bzw. manipulationsbereit!

Kapitalismus alias Neoliberalismus werden jetzt schon allseits mehr hinterfragt, indes der Sozialismus in unserem Volksgebrauch noch immer und prinzipiell abgelehnt. Zumeist und gerne – ohne eine wirkliche Ahnung davon zu haben – mit Diktatur verwechselt und als das verteufelt. Kapitalismus ist per exakte Definition kein Gesellschaftsmodell, sondern der Ausdruck für Geldwirtschaft, ohne Bezugnahme auf die Art und Weise der Steuerung. Unser heutiger herrschender Kapitalismus ist in Wahrheit ein versteckter Elitarismus, bestimmt durch eine vermögende Minderheit als Vermögens- und Finanzhalter. Das Predator-Establishment. Wenn wir aber Kapitalismus bereits zunehmend als Elitarismus verstehen, gebe ich mich vorläufig mit dieser Definition zufrieden. Wie auch immer, In diesem rein materiell dominierten System (wealthysystem) sind wir alle gefangen, kleben wie die Fliegen am Honigstreifen.

Der Kapitalismus ist wandlungsfähig und von sich aus langatmig, wie Paul Mason, der „moderne Marx“, in seinem umstrittenen, weil einseitig aufgearbeiteten und deshalb fragwürdigen Werk behauptet. Der Kapitalismus überlebt so lange, so lange ihn Staaten, sprich ihr Volksvermögen, „rettend“ zur Seite stehen! Im abgewandelten Sinne: „Alle für Einen, nur der Eine ist nicht für alle!“

Diese System gebiert seine Widerlichkeiten am laufenden Band, Ausbeutung und Krieg. Es ist das System der Schande. Der Kapitalismus trägt die Selbstzerstörung in sich. Sein Abgesang kann furchtbar lang dauern, aus den zuvor einfach genannten Gründen. Alles andre ist nur Zeit vertreibendes analytisches Spiel mit Theorien, mit vorhandenen und neu kreierten, konjunkturzyklischen Thesen.

Es fällt nur auf, wie sich diese Upperclass zu rechtfertigen versucht, indem sie in Interviews Konfuzius zitieren, sich an Biobauernhöfen für viel Geld ihr schlechtes Gewissen abarbeiten, Gurus in Indien oder Schamanen in Südafrika heimsuchen, Nachbar in Not spenden, sich erdreisten, öffentlich zu bekunden, wie wichtig ihnen die Bergpredigt Jesus ist… Erhoffen sich womöglich dadurch eine Art Absolution. Freisprechung von ihrer sozialen Verantwortungslosigkeit, von ihrer Lebensmaxime und Lebensinhalt, dem persönlichen Profit. Traurig und heuchlerisch. Tja, am Ende sind wir alle Nutzer und gleichzeitig Opfer dieses Kapitalismus, der Sozialismus (Demokratismus) kommt erst…

Die Sehnsucht ist stärker als Vernunft… Standing Ovations zu politischem Schattenboxen

Einstandsdebüt mit Lorbeerenüberhäufung. Klar, wenn sich das Volk nach einer politischen Persönlichkeit sehnt, die in seinem Sinn arbeiten will, dann ist es dahingehend schon so ausgehungert, dass es die kleinste politische Kleinigkeit bejubelt. Immer dasselbe! Am Anfang versuchen die Protagonisten mit angriffiger Rhetorik zum „Gegner“ zu brillieren und uns mit großen Worten zu beeindrucken. Man setzt mutig Signale im Sinne seiner Parteietikette und vermittelt dahingehend zumindest mal Konsequenz. Der beißende Rauch ist aber schnell verzogen. Kern ist nicht mal ein halbes Jahr in Amt und Würden und ich neige wie viele auch zu Vorschusslorbeeren. Seine Vorgänger haben genauso gepunktet, am Anfang! Detto weiter weg ein Obama, erinnern sie sich! Und für leere Worte erhielt er noch den Friedensnobelpreis…

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