Die Rettungslüge – Hilfe zur Demokratisierung… kann auch Krieg bedeuten

Die Völker, die sich von den eisigen Klauen des Väterchen Frost’schen Reiches befreien konnten, machen jetzt einen Demokratisierungsprozess durch, der – so ruhig und entspannt, mit sorgenvoll gespielter Miene laut westlicher Medien erklärt – halt seine Zeit braucht. Aha. War bei der „Befreiung“ das mehrheitliche Volk im Spiel? Und, wie schmeckt jetzt diese Freiheit? Vielerorts erkämpfte man sich am Ende den Hunger. Gleich in der Nähe, Rumänien und Bulgarien, gehören jetzt zu den ärmsten Ländern der Welt.

Und wie geht es heute dem estischen, lettischen, litauischen, weißrussischen, moldawischen, ukrainischen Volk und den anderen im Osten, die man vom bösen „Kommunismus“ befreite? Man könnte sagen, von der sowjet-kommunistischen Unterwerfung schnurstracks in die wirtschaftsliberale.

„Die Hilfe wird vom Westen
nur zu deinem Besten
genauso dir versprochen
und gleich danach gebrochen“

Nicht so bei den ehemaligen Kolonialstaaten, die man großzügig in die Unabhängigkeit entließ bzw. stieß, na klar, erst nach Abschluss von den, für die Ex-Herren äußerst profitablen Exklusivverträgen samt Förderrechte auf sämtliche Ressourcen und Bereitstellung von Billiglohnarbeitskräften. Da hat sich fürs Volk nichts verschlechtert…

Apropos Rettung! Von (oder auch van?) wem ist sie zu erwarten?

Robert Jungk sprach davon, dass wir, die „Außerparlamentarischen“, Konzepte fürs sinnvolle Zusammenleben entwerfen sollen, weil die stressgeplagten Politiker kaum dazu Zeit fänden oder nur Ausnahmepolitiker etwas weiterbringen können. Ich weiß, wie es mein hoch geachteter Herr Jungk meint, aber trotzdem lasse ich diesen Berufsstand nicht aus seiner Pflicht! Am meisten geht es mir auf den Geist, wenn von SD-Politikern eingestanden wird, sich vor den nächsten Jahren zu fürchten. Wie bitte? Wähle ich da eine Fürcht-Partei? Ich meine, ist es nicht euer verdammt gut bezahlter, „berufene Job“, dafür zu sorgen, dass wir nicht allesamt in Blut und Scheiße versinken. Klar ist es schöner, sich fürs „Festlfeiern“ in den Grätzeln aufopfernd einzusetzen, auf was hinauf aber? Zu dieser Misere ein signifikantes Beispiel aus dem Gesundheitswesen:

 

Das Leben ist süß genug – Politik wurde zum nützlichen Kaufartikel

Davon schrieb Mag. Sandrina Burisch im Doppelseitenartikel der Ganzen Woche No 35/2016. Besser kann über unsere prädiabete Gesellschaft (übrigens auch ein Buchtitel) und ihre kollateralen Schädigungen nicht geschrieben werden! Ich lasse mich aber jetzt nicht über medizinische Befunde aus, die dort weit besser nachzulesen sind, und konzentriere mich auf den einhergehenden, politischen Zynismus. Das kriegst du nicht auf die vernünftige Reihe…

Einerseits klagen die Krankenkassen immer lauter über steigende Ausgaben, gleichzeitig wie andererseits fördert die Gesundheitspolitik die Fatalität einer zunehmend krank werdenden Bevölkerung und dann verteilt man wohlwollend Broschüren über gesunde Ernährung. Man agiert paradox bzw. diametral und wider besseres Wissen! In den Schulen werden noch immer nicht generell „picksüße“ Getränke verboten, das Durchschnittsalter in Rehabilitations- und Kuranstalten sinkt drastisch nach unten. „Mehr Junge wie Alte“, Statement meiner Freundin von der kürzlichen Kur…

Da kommt ein Gedanke auf: Könnte es da nicht um einen, nicht ganz unbeabsichtigt erzielten Doppeleffekt gehen? Ein Volk, das allgemein ansteigend „ungesundet“, ist zu krank, um aufbegehrend auf die Straße zu gehen. Kollaterale Symptome von Diabetes bestätigen ausreichende, neuropsychologischen Studien. Darunter fällt auch die, so von manchen Experten genannte, resignative Depression. Wie hieß der alte Klamaukfilm mit Adriano Celentano noch mal, ah ja: „Gib dem Affen Zucker“ (1981). Apropos Demonstrierbereitschaft, kurz eingeblendet:

Die „EURO-Marsch-Gruppen“ organisierten für 14.06.1997 eine internationale Demonstration in Amsterdam gegen die massive Zunahme der europäischen Arbeitslosigkeit. Jährliche Fortsetzungen in anderen Städten erreichten bis heute bei weitem kein so spektakuläres Ausmaß. Sternförmig kamen Protestbereite, davon vorwiegend Betroffene, per Bus oder Zug, der Rest zu Fuß in die riesige Hafenstadt an der Nordsee. Auch ich saß in einen der Busse aus Österreich. Der Massenprotest passierte im Zuge der europaweiten Landesarmutskonferenzen, die bis heute, in Wahrheit, erfolglos blieben. Damals strömten mehr als eine Million durch den erlaubten Demonstrations-Parkour.

Es war berührend. Da haben sich Familien aus ganz Europa auf den weiten, beschwerlichen Weg gemacht. Natürlich war es den meisten finanziell nicht möglich anzureisen. Vom Großaufgebot der berittenen Polizei ließen sich die Demonstranten nicht einschüchtern. In dieser Größenordnung und das öfter, würden Demonstrationen Früchte tragen. Kleine Demos „zerschellen unwirksam“ an den Schutzschilden der Exekutive und den dicken Türen der Ministerien.

Liebe Frau Magister Burisch, sie haben leider Recht, wir stecken im Grunde genommen in einem politischen Desaster. Die gesamte private Finanzwirtschaft samt ihren Multikonzernen haben die Staaten in ihrer Hand und wenn hier jemand von Verschwörungsansichten redet, ist er ein Geblendeter! Und wie ich es fast schon periodisch gebetsmühlenartig ableiere, sähe andernfalls die Welt weit anders aus. Im sozialdemokratischen Eck hofft man heimlich, still und leise noch immer auf eine politische Veränderung im Sinne ihres ideologischen Manifests… aber ohne ihr Zutun… man wartet auf ein Wunder…

Schnell noch paar andere Beispiele für sozialpolitisch unerledigte Aufgaben und die Selbstüberschätzung…

  • Bildungssystem noch weit entfernt vom dringend notwendigen, längst erforschten Ideal!
  • Elternkarenz ausbauen statt institutionalisierte Generationen heranzüchten!
  • Sommer-Winterzeit-Unsinn noch nicht aufgehoben!
  • Mehrwegflaschensystem reaktivieren statt für die Expansion von „Plastika“, dem am Atlantik treibenden „Kunststoffkontinent“ sorgen!
  • BGE – Bedingungsloses Grundeinkommen, höhere Mindestlöhne und Herabsetzen der Wochenstunden für Vollzeitbeschäftigung und überhaupt einen Sozialausbau antreiben statt Massenarmut in Europa und Asylantensanktionen!
  • Höhere Agrarförderung von Bergbauern und Kleinlandwirtschaften!
  • Serienmäßige Produktion von leistbaren E-Automobilen fördern!

 

Selbstüberschätzung: Oder: der rein rhetorische Kampfgeist. Mein Vater kann sich noch gut an eine Diskussion, die er vor der Kreisky-Regierung miterlebte, erinnern. Da erklärten SPÖ-Funktionäre dem jungen Nachwuchs mit Siegesmiene, man werde ruhig und friedlich abwarten, was nicht allzu lange dauern wird, und dann; „…lieber Freund, werden wir die Kapitalisten mit dem Finger einfach wegschnippen!“, mit demonstrativ lässig angedeuteter Bewegung. Nahm diesen Schwachsinn irgendwer ernst? Es passierte schon gegen Ende der Kreisky-Ära nämlich umgekehrt, da wurden lästige Sozialdemokraten weggeschnippt, Kopf um Kopf und wurden ersetzt…

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