Das hat man davon – Bildungsauftrag ORF

Bildung allein ist zuwenig, wenn sich dazu nicht Intelligenz, das freie Denken, gesellt; sonst ist es Manipulation. Verstandesgemäß wird oft mit standesgemäß verwechselt!

Wir müssen uns immer fragen: Wie kommt Bildung an? Wer empfängt sie? Ja, ja. Es liegt nicht am ORF allein, als heimatlicher Unterhaltungs- und Bildungslieferant. Nein, wir bekommen eine gut bekömmliche Info-Mixkost aus der Medienkonzernküche serviert. „News light“ (statt Zucker, Zuckerersatz, hehehe) hat Komponenten zu erfüllen wie sensationsreich, spannend, gleichzeitig aber Paniken vermeidend, und auf alle Fälle unterhaltsam wegen der Quoten. Gut ist’s, wenn das Drama weiter weg ist, und man Zuschauer bei Limo und Knabbergebäck sein darf. Alles okidoki, wenn’s nicht immer wieder diese Amok laufenden Psychopathen gäbe, aber so ganz ohne sie… Schluss mit Lustig ist es dann:

„Erst wenn’s vor unsrer Bude kracht, dann erst sind wir aufgewacht!“

Man erzählt sich, dass es eines Tages am Land geschah, zwischen Braunsbach in der breiten Senke (braadn Suttn) und Oberkornblum ganz weit oben, schon an der Grenze, dort, wo am Wanderweg, beim Hecher-Bauern vorbei, das „Bluatmarterl“ steht. Die Namen sind weder frei erfunden, noch zufällig, noch beabsichtigt. Eines ist hier so schrecklich beispielgebend, wie Bildung aus keiner Meinung eine kleine macht:

Robert und Franz an ihren Mobiles. Robert, mit stöpselbewehrten Ohren in den Flachmann brüllend, damit jede und jeder sieht und hört, er ist dabei, er ist modernisiert, er ist kein Gescherter! Auch in Orten der Natur, wo es noch Ackerbau und Viehzucht gibt, wo einem Städtern der so vermisste Duft des Stalles und der Jauche wohlig ins Riechorgan fährt, hat die neue Informationswelt alle Seelen eines Nestes erfasst, sei es noch so klein, und, was viele Dorfwirte weniger freut, die Stammtische fast geleert. Nur die ganz alten sitzen noch mit hängenden Köpfen dort, ins Weinglas sinnierend, oder vorm Fernseher am alten, nach drei Generationen Stresstest bereits durchhängenden Sofa schnarchen, oder selbiges am Küchentisch tun, den jahresschweren Kopf auf der Bezirkszeitung liegend.

Franz und Robert sind da schon ganz anders, sie repräsentieren eine bestimmte Subspezies der Folgegeneration; und sie sind mit allen Sorten Mineralwassern und Spritzern gewaschen und Markendisplays geblendet und tatschen (Touchscreen) sich meisterhaft durchs Menü. Wir, das Lauschangriffsteam, waren als frisch gelieferte, überdimensionale Kebab-Spieße getarnt in der Nähe von Robert.

„Seas Fraunz! Da Beatl. I? Na, i bin grod im Logahaus fias Wochenend wos bsuagn. Bin scho featich und homma grod an Döna und a Hüsn einezoogn. Du, host kuaz Zeit? Jo? Ah, bist grod beim Rosnmahn. A Rauchpause schod net! Drah oh den Rasiara. Guat, mei Freind. Host eh a keat, des Massaka do in Münchn? A Waunsinn, wos? Jetzan kaunnst net amoi gmiatdlich Schoppn geh, ohne doss de Kiwara saumt de Terroaristen umdadum renna in de Gscheftn. Jo eh, siechi ara so. De Moslems brauchn a Lexikon fia Deitsch nimma, sog i da, sondan a Lektion, gö Fraunz, do weama wos mochn miassn! Hehehe. Genau, des Schleiagsindl wü eh nix leana. Na wos, owe mit de Fetzn und we… hähähä. De meistn gengan do eh nua hintan Vuahaung schpazian, wäus so schiach san. Na, so geht es nicht weiter! De kennan uns moschaln mit eanare Muschi, ha, i man eh de Moscheen. Hob mit Leid von SFC Braunmugl gredt. Wia tetn gean an gemeinsauman Vareinsualaub mochn zu de Tiakn owe. Am Thalia oda Andalia oda wia. Ah, des waaßt eh? Wos losst mi daunn so laung vazön? Woat, i haaz ma schnö ane au.“

„Geht scho. Jetz hetti fost mei Disple flambiat. Äuso de Tennis-Söpen von Gigaritzpootschn a, wos? Und da Keglvarein von Hintaneinigen a dabei? Da reine Waunsinn! Wos sogst? Da Woamkiachna Schtaummtisch warad a dabei? Bist du deppat, wiad imma bessa! Owe mit uns Kreizritta, sattelt die Schtuten, die Lanzen nach vor, Mannen! Wiar in oidn Zeitn. Do wama hibsch vü, do kennt ma eana de Guakn gem, a bissl eiwaakn in eanara Soizlockn und aunogln aun di…, äh, iagndwo hoit. Guat gsogt Fraunz, wia mochn eana kann Aunschlog, sondan wean zuaschlogn, hahaha. Wos maanst? Des, des… Woat amoi, de sant deppat, do braatschgan zwa Schom aus Futschistan, i hear an Tschaß. De Kopfheara sant net amoi ois Oropax guat. Woat, glei.“

„So. Du host iagndwos von Osbab mochn gsogt? Wos is des? A Imam-Schpieß? Grausam, grausam, da Franzl! Pfui Teife! Äuso was aundascht. Wos soxt? Di Rosl hint draußt noch da Hoizbruckn hot ara Kopftiachl? Ah, jo! Na und? So maanst. Soi aufpassen, waunns weida deppat is, weamas ois Sümpatisantin peinlich befragen müssen, gelt? Waasst eh wos des is. Na? Ia untad riesn Duttln greifn, obs net a poa Gronodn vaschteckt hot. Und daunn mit da Sondn… Heast, wea waß, die Rosl oaweit leicht scho fian IeS. Schpaß voabei! A Wölle is scho, de Rosl, sunst warads eh scho vaheirat. Lebt no imam bei da Muada. Außadem is des bei unsare Weiwa wos aundascht, waunns sa si wos uman Schedl bindenna, genau. Waaß i eh, des is bei uns a aundare Kultua, nämlich die eine, die wahre Kultur! Äuso no amoi zu Münchn. Owa du sixt, wia deppat de Muslmani sant. Imma Einzeltrottln, de fia Unschuidiche-Omuaksn in eanan Minarettnhimme kumman woin. Zeascht lems laung bei uns, daunn kriagns in Tschein, daunn kassian olle Schtootsschtützn, diafn a no schtudian und daunn weans deppat. Wia haaßt des, radiat, na, rasiat, woswasi. Jo, jo, Gscheital, äuso radikalisiat. Woat gach, Haundwexl.“

„Uns homs jo ara poa Kanakn ins laare Loga hintn eiquatiat. Jo  richtig, des brauch ma do net! Woat amoi, hallo? Scheiß, wo bin i do scho wieda aukumma? Dreck no amoi.“

„Hallo? Fraun? Jo, i wieda. Dea haakliche Dreck. Wos i sogn woitat: Wia hom eh gnua Doafdeppn bei uns. Jo, des woa jetzn bees, i waaß. Na, du bist eh in Uadnung, Fraunz, jo, i waaß eh, friara hoit, scho laung hea, heast, wia woan hoit no jung, wia ma di efta gschimpft hom, jo, und des mit da Jauchn, Scheiße! Imma wieda waamst des auf. Wos? Na, na, des is net von mia gwest, des Asche zu Asche, Scheiße zu Scheiße. Geh hea bitte auf. Waaßt eh, jung, fad und deppat im Schedl. I hob e imma gsogt, doss des net in Uadnung is. Und du ana von uns bist. Guat, tuat ma echt lad, Fraunz! Ealich! Na bin i froh, des heetma… äuso daunn… wos? Fraunz? Fraunz? Wos isn jetz scho wieda. Dea Beidl is afoch weg, mia nix dia nix oposcht.“

„Ah, Du Fraunz. I sog da, de Technik is a reidiga Hund. Geh schleich di, wos? Da Motz hot letzte Wochn zwa Kaffa aufgnumma? Is owa jetz net eanst, ha? A ea und a sie? Wüll a an gmischtn Dreia, de Sau? I kenn eam eh, seit sei Oide si ummegschlichn hot, äuso ogsäut ind Gruft, is a uandlich deppat wuan. Wos, dafia kriagt a no a Marie? Jo guat, owa des zoin e wia, is eh kloa, oda? Sunst no wos? Du Fraunz, daunn… Wos sogst, i vaschteh die schlecht. Geht scho wieda. Geh hea auf! Na, des is a Schmeh, oder? In Unkn-Gustl sei Oide? Noch so vü Joa. Hotsas endlich ausseghaut, de grindiche Afganin? Jo, jo, fleißig woas jo. Na fost net Deitsch. Wos glaubtsn, de oide Feign? Büülich woas, na und? I waaß, kaunn i ma vuaschtöön: zruck ins Heim, ogschom und schleich di. Und wos homs jetza fiara Putzn? Okei, a Bulgarin. Na, de san scho aundascht! Na guat Fraunz. Ia muass… na, des… Woat, scho wida ka Vabindung, imma die deppatn Schtrichaln, amoi do, amoi weg. Woat Fraunz, i setz mi in Wogn.“

„Paaßt! Na wiakli? In Wetznbodn drüm? Homs in Kunta Kinte sei Zeitungsbude auzundn? Ea is a umkuma? Schweaza is a owa jetz net? Hehehe. Jetz is finsta min Schwoazgöd, höhöhö. Wuascht wia Duascht. Heast, doss i net vagiss, wegn Sunntoch, Fraunz, bist owa eh dabei, waumma de Kümmen und de Zwiefen, denan woaman Eichlleckan eine Lektion erteilen tun, was? Am Kirtoch noch da Mess a wengal in de Go… waaßt eh, jo genau, unsan reschn Schuachplattla zeign ma eana, de Zahndal-Rippn-Veasion. Wos? Haha, geh Fraunz, do brauch ma uns kaane Suagn mochn. Da Schandami-Loisl is eh imma rauschig und sicht ollawäu nix, dea wü nua in Rua sei Bia dibben, na, eh kloa, den lod ma ei. Okidoki. Supa, Fraunz, bis iwamuagn. Gruaß aun di Oide und de Gschroppn. Seas!“           

 

Erklärungen

  • SFC = Sitzfußballclub
  • Hintaneiningen = Hinterneuning
  • Gigaritzpootschn = Hahnenfüssing
  • Woamkiachn = Lauwindkirchen
  • Wetznbodn = Wetzenboden
  • Futschistan = fiktiver, orientalischer Staat
  • Hüsn = Hülse für Bierdose
  • Putzn = Putz-, bzw. Reinigungskraft
  • Braadschgan = für uns unverständlich fremdsprachig reden, außer Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch; gilt vorwiegend für slawische Sprachen
  • Kunta Kinte = abfällige Bezeichnung für Afrikaner aus dem gleichnamigen Film 1976
  • Kaffer = für Primitiven; aus dem Jiddischen Kapher und Hebräischen Kefar für Bauer
  • Kanake = abwertend für dunkelhäutigen, als minderwertig eingeschätzten Fremden; einerseits aus dem Polynesischen kanaka für Mensch, andererseits auch vom Ägyptischen Karnak (Ort mit Tempel aus der ägyptischen Frühgeschichte), wo eher dunkelhäutige Volksschichten lebten, welche man gern zur Sklavenarbeit heranzog
  • Schom = Schabe
  • Wölle = Wollene im Sinne von hoch intelligent wie ein Schaf
  • Söpe = Tölpel wie Suam für Ruam = Rübe
  • Rosl = Rosalia
  • Motz = Matthäus
  • Loisl = Alois
  • Gustl = Gustav
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Ein Gedanke zu "Das hat man davon – Bildungsauftrag ORF"

  1. Das ist ein typischer Generationskonflikt. Seit wann hat ein 18-Jähriger einen Freundeskreis aus 60-Jährigen Männern?
    Das gab es nie. Jede Generation identifiziert sich eher Angehörigen derselben. Das ist völlig natürlich und vollkommen normal.
    Daran ist weder die Jugend, oder die Alten, noch das Smartphone schuld.

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