Kapitalismus – Selbstmord der Gesellschaft

Wir leben im Zeitalter des Kapitalismus. Alles und jeder wird als Ware gesehen. Selbst Menschen haben für uns keinen Wert mehr. Jede Entscheidung beruht auf eine Gewinn- und Verlustrechnung. Wir sind zu Konsumenten mutiert. Wir haben verlernt mit der Natur zu leben. Die Gier, die wir in uns tragen, wurde geweckt und ihr Hunger ist nicht zu stillen.

Dafür gehen wir sogar über Leichen.

Wir konsumieren und schmeißen weg, um dann neu zu konsumieren. Wir werden einfach nicht satt. Wir konsumieren Essen, Kleidung, Technik und sogar Menschen. Zwischenmenschliche Beziehungen scheinen immer schwieriger zu werden. Es ist ein kurzlebiges Zeitalter. Zu wenig Empathie, zu viel Hass. Wohin führt das Ganze? Jedes Mal, wenn ich einen Blick auf die Gesellschaft werfe, stelle ich mir diese Frage.

Wir ernähren uns immer schlechter. Wir nehmen durch industriell verarbeitete Lebensmittel Chemikalien, Plastik, Hormone und sogar Erdöl zu uns. Unsere Zahnpasta wird systematisch mit Fluoriden vergiftet, so wie wir. Impfungen enthalten Quecksilber und können irreparablen Schaden anrichten.

Wir werden von der Industrie ausschließlich als Einnahmequelle gesehen. Sie machen uns mit ihren Produkten systematisch krank und kassieren doppelt ab, einmal wenn wir ihre Produkte kaufen und dann wenn wir krank werden. Auch das ist ein lukratives Geschäft. Sie geben Millionen aus, um uns zu täuschen. Sie erschaffen eine Fantasie Welt, die nicht existiert. Sie versuchen durch ihre Werbung ein Mangelgefühl bei uns zu erzeugen, damit wir ihre Produkte kaufen. Dabei ist das meiste was beworben wird, völlig unnötig. Es sind genau die Dinge, die wir nicht benötigen, die beworben werden.

Wenn wir das alles nicht brauchen, warum kaufen wir es?

Wir könnten uns mit sehr viel weniger zufrieden geben. Uns geht es, im Vergleich zum Großteil der Menschheit, verdammt gut. Wir haben mehr als wir brauchen. Trotzdem kaufen wir immer weiter neue Dinge, um die alten weg zu schmeißen. Wir geben uns nur mit dem neusten Handymodell zufrieden, während anderswo Menschen verhungern und verdursten.

In Südamerika arbeiten Männer und Frauen in Mienen, um das Quarz abzubauen, was wir für den Bau unserer Smartphones benötigen. Sie arbeiten täglich 12 Stunden und erhalten einen Hungerlohn für diese schwere körperliche Arbeit.

Wir müssen lernen über unseren Tellerrand hinaus zu schauen. Wir müssen die Zusammenhänge verstehen, damit wir unser Konsumverhalten überdenken und ändern.

Wir müssen uns mehr Respekt entgegen bringen, damit die Industrie in die Schranken gewiesen wird.

Niemand sollte ausgebeutet werden. Leider funktioniert Kapitalismus nicht anders.

Damit einer reich ist, müssen viele arm sein. Wenn dieses System so menschenfeindlich ist, wieso schaffen wir es nicht einfach ab?

Der Kapitalismus hat viele Gegner, aber auch viele Befürworter. Zum einen sind es Menschen die vom Kapitalismus profitieren und zum anderen sind es Menschen, die gerne vom Kapitalismus profitieren möchten. Sie hoffen darauf es eines Tages zu schaffen. So gut wie jeder von uns möchte reich werden, weil wir denken, nur dann werden wir glücklich sein.

Wenn du mit dem was du hast nicht glücklich bist, wird das was du nicht hast, dich auch nicht glücklich machen.

Wir suchen für ein internes Problem, eine externe Lösung. Wir fühlen eine innere Leere. Umso mehr wir konsumieren, desto leerer fühlen wir uns. Umso leerer wir uns fühlen, desto mehr konsumieren wir. Die Werbebranche nutzt diesen Effekt, um mehr Produkte zu verkaufen. Produkte die niemand braucht, für die unsere Ressourcen verschwendet werden.

Dann wird Krieg geführt, um die Ressourcen zu sichern. Nur damit wieder Profit daraus geschlagen werden kann. Das größte Geschäft im Kapitalismus ist Krieg. Einschlagende Bomben sind der Puls des Kapitalismus. Umso schneller sie pulsieren, desto größer wird die Aorta. Wir gesagt, wir gehen über Leichen, damit andere reich werden. Man erzählt uns ein Märchen. Jeder kann reich werden! Man verschweigt, dass es nicht für jeden gilt.

Auch im Jahre 2016 entscheidet deine Herkunft darüber, wie weit du es im Leben schaffst. Ich habe schon oft Leute sagen hören, dass jeder die gleiche Chance hat. Es waren immer Menschen die wirtschaftlich privilegiert waren. Ich nenne sie absichtlich nicht sozial privilegiert, auch wenn das die eigentliche Bezeichnung wäre. Man setzt absichtlich die wirtschaftliche Stellung mit der sozialen gleich. Denk mal darüber nach.

Auch das gehört zum Kapitalismus. Das System würde nicht funktionieren, wenn es nicht immer Gewinner und Verlierer geben würde.

Wir wurden in diese kalte Welt hinein geboren. Viele von uns kennen es nicht anders. Wir sind Teil des Systems, ob wir wollen oder nicht, und wir müssen funktionieren. Wir werden zu Konsumenten erzogen, nicht zu moralischen Menschen. Unsere Mütter  müssen uns schon sehr früh in einen Kindergarten abgeben, um wieder arbeiten zu gehen. Zum einen, weil man heutzutage mit nur einem Einkommen kaum eine Familie ernähren kann und zum anderen, weil man als Frau es der Gesellschaft recht machen will.

So wie wir momentan leben ist es nicht unsere Natur. Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um den ganzen Tag zu arbeiten, um gestresst zu sein, um keine Zeit für unsere Hobbys und die Menschen die wir lieben zu haben.

Wir sind hier um uns selbst zu verwirklichen. Damit meine ich nicht ein Haus zu haben und ein teures Auto. Im Gegenteil. Das Leben ist eine spirituelle Reise. Wir sind hier um zu lernen, um uns zu verständigen. Um in Frieden miteinander zu leben, ohne einen Gedanken an Geld zu verschwenden. Der Mensch ist von Natur aus faul. Er genießt es zu leben. Würden wir mit der Natur leben, würden wir uns ganz anders verhalten. Wir würden kein Essen horten. Wir würden auch keine Gegenstände sammeln. Mit Geld hat man es geschafft uns dazu zu bringen, jeden Tag arbeiten zu gehen. Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, weißt du genau, dass das was wir machen, unnatürlich ist.

Wir haben unseren Weg verloren, aber wir können ihn wieder finden.

Du kannst einiges dafür tun. Lerne dich gesund und ausgewogen zu ernähren. Verzichte auf industriell verarbeitete Lebensmittel. Sie schaden deiner Gesundheit. Wenn du kannst, baue selbst Obst und Gemüse an. Kaufe Fleisch vom Bio-Bauern und nicht aus der Massenhaltung.

Höre auf an den falschen Ecken zu sparen. Gib dein Geld für hochwertige Lebensmittel aus und nicht für einen Flachbildschirm oder Klamotten die du nicht brauchst.

Fange wieder an zu leben. Behandle Menschen nicht wie Objekte. Lasse Werte die früher wichtig waren, wieder wichtig werden. Freundschaft, Loyalität, Respekt und Aufrichtigkeit sind unbezahlbare Eigenschaften.

Ich sehe Menschen, aber keine Menschlichkeit. Smartphones und Internet lassen uns abstumpfen. Wir sind so viel mehr, als uns die Industrie uns weiß machen will. Wir sind mehr als nur Konsumenten. Jeder von uns. Mit unserem Konsumverhalten weisen wir die Industrie in ihre Schranken. Wenn wir sie gewähren lassen, werden sie uns schaden.

Dein Kassenbon ist dein Stimmzettel! Jeden Tag!

Überlege gut, was du konsumierst.

Quelle: Afsaneh Khosravi

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