Soziale Schichten im Krieg

Kapitalismus. Turbokapitalismus. Raubtierkapitalismus. Wenn du dir die Begrifflichkeit Kapital und seine Ismen zu Gemüte führst, findest du keinerlei dogmatische Aussage. Kapital ist lateinischer Herkunft, capitalis und das steht für vorzüglich, hauptsächlich, in weiterer gebräuchlicher Interpretation für außergewöhnlich, enorm, ungeheuerlich, für die individuelle Stärke bzw. die Stärke einer Gruppe, der man angehört, und dgl. Denken wir an den kapitalen Hirsch, auf den es der kleine Jäger mit großer Flinte abgesehen hat…

Kämpfen „wir“ gegen das Falsche?

Das Kapital, an dem wir ja alle irgendwie hängen, ist in Wahrheit der gesellschaftspolitischen Steuerung unterworfen. Entweder im Guten zum Nutzen aller oder im „Bösen“ zum ausschließlich persönlichen Nutzen. In nur bisserl anderen Worten, kann das Kapital egomanisch oder sozialistisch gelenkt sein, was nämlich die Verteilung anbelangt. Das Kapital ist aber immer das volkswirtschaftlich erarbeitete Vermögen. Die Privatwirtschaftstreibenden haben es keineswegs alleine erarbeitet, denn sie brauchen letztendlich die „Volkskraft“ zu ihrer Reichtumsanhäufung. Na aber, hehehe, der heute fast rein elektronisch betriebene Finanzhandel auch? Am Ende kommen sie ohne Realwirtschaft im Hintergrund auch nicht aus, denn wer baut ihren PC, ihre Protzkarre, den Palast, wenn wir nicht schon von der Ernährung reden wollen???

Ich denke, wenn wir „Sozialgetriebenen“ heute vom Kapitalismus als Feind reden, müssten wir präzisiert vom Privatkapitalismus reden, und meinen im Endeffekt doch Faschismus, Imperialismus und Wirtschaftsliberalismus. Und unter Wirtschaftsliberalismus meinen wir ja auch nur die Privatwirtschaftstreibenden, die sich alle Freiheiten – jenseits sozial-moralischen Empfindens und bestehender Gesetzeslage – nur sich selbst zugestehen.

Wären die Kapitalressourcen – Kapital umfasst Geld, Wirtschaftsleistung, Edelmetalle, Rohstoffe, Grund und Boden für jegliche Nutzung, auch Wissen – nach volkswirtschaftlichen Kriterien verteilt – benutzen wir hier das sozialdemokratisch überstrapazierte Wort „fair“ – dann käme es allen Individuen aller Völker zugute! Dazu fehlen weltweit die Grundstrukturen, das korrelative, somit kooperative und kompensatorische Wirtschaften.

So bleibt weiterhin alles der Gier überlassen und Gier ist anerzogen wie der Charakter, der wird „systematisch gebildet“, in der Psychoanalyse reden wir von der postnatalen Prägung bzw. von nachhaltig traumatischen Kindheitserlebnissen, von unbewältigten Frustrationen. Darüber kann man – wenn man der eigenen Intuition nicht traut oder nach bekräftigender Resonanz sucht – tonnenweise Fachlektüren lesen, schon angefangen bei Goethe, Lorenz, Pearce, Hüther, Spitzer, Cooper, Pestalozzi, Krause, Gruen und bei manch anderen Freigeistern. Gier ist jedoch äußerst ansteckend und man wird schneller als man wahrhaben will, infiziert. Nur bewundernswert starke Charaktere halten den seelisch-viralen Attacken stand.

Das herrschende System ist bei genauem Hinsehen ganz simpel gestrickt. Der systemimmanente Schelm, der in diesem System groß gewordene Gaukler und Illusionist, erklärt uns die Gegebenheiten als sehr, sehr kompliziert. Es ist ein rhetorischer Schleier, der darüber gelegt werden soll. Als der viel geschätzte „Fredl“ aus der SPÖ bekannte, dass alles sehr kompliziert sei, meinte er womöglich nicht das System selbst, sondern die Möglichkeit, die Chance, da auszubrechen, die Neustrukturierung als Lösung. Nur wer will schon im System als Zielscheibe auffallen?

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