Bildungssystem – warum wir ALLE dringend eine Änderung einfordern müssen

In Österreich gibt es schon seit mehr als 40 Jahren Stillstand in der Bildungspolitik und es ist zu befürchten, dass sich auch in den nächsten Jahren nichts zum wirklich Positiven verändern wird.  Jene die dafür verantwortlich sind, unsere Politiker,  leben abgehoben und realitätsfern in einer anderen Welt und haben von Praxis und echter Bildung keine Ahnung.  Ihre Vorstellung von Bildung geht nur in die Richtung Ausbildung für systemkonforme Arbeitskräfte.

Das beste Beispiel dafür ist jene krude Idee, den Pflegeberuf auf Hochschulniveau anzuheben und somit für weitere Fachidioten ohne jeglichen Bezug zur Praxis zu sorgen.

Ich spreche hier aus Erfahrung,  denn eine Stationsleiterin in meinem engsten Umfeld, kann hiervon schon heute ein Lied singen. Jene Praktikanten die von der Fachhochschule kommen und ihr Praktikum auf dieser Station verrichten, sind Theoretiker ohne wirklichen Praxisbezug. Sie glauben zwar auf Grund ihrer Ausbildung, sie wären etwas Besseres, jedoch sind ihnen jene Praktikanten die von der Allgemeinen Krankenpflegeschule kommen, haushoch überlegen.

Das Dilemma in den letzten Jahren ist, dass Politiker und auch viele Eltern meinen, nur ein Hochschulabschluss bringt eine gesicherte Zukunft.  Das hierbei aber echte Bildung und Praxiserfahrung komplett auf der Strecke bleiben, begreifen die wenigsten. Von den immer weniger werdenden guten Fachkräften im handwerklichen Bereich, erst gar nicht zu reden.  Die Lehre war in den letzten Jahren verpönt und nur für jene, die  höhere Schulen nicht schaffen, oder einfach keine Lust mehr hatten, die Schulbank zu drücken und sich mit oft unnötigem Wissen vollstopfen zu lassen.

bildung super bildWir brauchen echte Bildung und nicht nur eine wirtschaftskonforme Ausbildung und ob das genau jene zustande bringen, die selbst Opfer dieses Ausbildungssystems sind, darf bezweifelt werden.  Hier braucht es Querdenker wie z.B. Prof. Gerald Hüther oder auch Prof. Harald Lesch (unten stehende Videos sollte man sich anhören) und auf die sollten die Politiker bei der Reformierung des Bildungssystems hören. Es bringt nichts, einfach nur neue Schultypen und Formen zu kreieren, wie z.B. die neue Mittelschule oder die Gesamtschule. Der Lehrplan gehört entrümpelt und auch die Lehrmethode geändert. Es braucht mehr natürliches Lernen mit Bezug zur Natur und Praxis – Lernen durch erfahren, spüren, selbst erarbeiten – die Kinder müssen begeistert und neugierig gemacht werden. Kurz gesagt, es braucht die Verbindung zwischen Gefühl bzw. Emotion und Gehirn.

Auch die Bewegung Neustart Schule hat noch nicht wirklich begriffen warum viele Schüler und Schülerinnen die Schule vorzeitig abrechen.  So wie dieses Schulsystem derzeit aufgebaut ist, verlieren die meisten schon nach kurzer Zeit die Begeisterung und lernen nur mehr notgedrungen den von den Lehrern heruntergeleierten Stoff,  um den Erwartungen von Eltern und Schule gerecht zu werden.  Es ist zwar gut wenn sie darauf eingehen die verschiedenen Talente jedes Kindes zu fördern, jedoch darf bezweifelt werden, das es der Industriellenvereinigung als einer der Unterstützer, hier wirklich um echte Bildung geht.  Es darf sogar bezweifelt werden, dass sie den Unterschied zwischen Ausbildung und Bildung kennen.  Bisher hörte man nichts davon, dass auch der Lehrplan völlig entrümpelt gehört und es einen komplett anderen Aufbau geben muss, wann ein Kind welchen Stoff lernt. Nicht alles muss schon in den Grundschuljahren gelernt werden, dafür aber auf Wichtiges wie Lesen und die Grundrechenarten mehr eingegangen werden. Vieles was z.B. im Fach Mathematik gelehrt wird, brauchen die meisten später gar nicht und das kann man dann in den jeweiligen weiterführenden Schulen, die fachspezifisch ausbilden immer noch lernen. So bleibt mehr Zeit um die wichtigsten Kenntnisse, die wirklich jeder braucht,  vermitteln zu können.

Immer mehr Kinder sind in diesem Schulsystem überfordert und gestresst und viele brauchen schon Medikamente um überhaupt noch mithalten zu können. Dazu kommt, dass viele mit ihren Problemen alleine gelassen werden, da ja auch die Eltern den ganzen Tag arbeiten und die meisten Lehrer ebenfalls überfordert sind.  Dann kommt noch der oft gutgemeinte, übertriebene Freizeitstreß durch die Eltern dazu.   Das eigene Kind muss ja gefördert werden, muss der/die Beste sein  und viele wollen ihre eigenen Träume, die nie Realität wurden,  durch ihre Kinder  verwirklichen. Das geht dann vom Ballett, über Sport, Musik, Vereinen bis hin zur völligen Überforderung des Kindes, dass dann irgendwann mit völligem Boykott von allem reagiert, wenn nicht sogar mit Depressionen und Burnout.

Lasst den Kindern ihre Kindheit, sie lernen vieles im Spiel und gerade da entdeckt man ihre Talente, die man dann behutsam fördern sollte. Lasst ihnen die Zeit der Muße und des eigenen Willen und der eigenen Kreativität. Nehmt Euch die Zeit und geht auf die Kinder ein. Fördert nicht die Schwächen Eurer Kinder, sondern die Stärken.  Soll heißen, wenn ein Kind in einem Fach schwach ist, drillt es nicht nur dahingehend, sondern fördert es dort wo seine Stärken liegen. Auch Einstein und viele andere Genies hatten in einigen Fächern nicht so gute Noten. Überfordert sie auch nicht , wie von der Politik angedacht, schon im Kindergarten.

Das Wichtigste aber: Fordert von der Politik in diesem Sinne eine Änderung ein und zwar nicht nur auf dem Papier, denn es ist zu befürchten, dass unsere Eliten gar keine wirklich gebildete Menschen wünschen. Diese könnten nämlich  dann eventuell erkennen was auf unserer Welt alles schief läuft und aufbegehren und es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wenn  wir jedoch auf dieser Welt etwas verändern wollen, dann brauchen wir kluge Menschen mit Empathie und  Einfühlungsvermögen und keine auf Konsum, Wachstum und ständigen Wettbewerb indoktrinierte schweigende Lämmer, die gerade gut genug ausgebildet sind um zu funktionieren, aber zu wenig gebildet um selbst zu denken.

 

https://www.youtube.com/watch?v=6wficP5II8Y&feature=youtu.be

http://www.coopzeitung.ch/Wenn+Kinder+zusammenbrechen
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4785702/Pflegereform_Kritiker-werden-mehr

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