Wahnsinn mit System – die Wechselstory von 500 Euro

In Tsunamis tauchen immer wieder die „Gespenster“ Bargeldabschaffung, Abschaffung von EIN und ZWEI Cent Münzen, sowie die Abschaffung der fünfhundert (500) Euro Note auf. So einen rosa Schein sieht man ja eher selten, noch seltener hat man einen oder mehrere zu Hause rum liegen.

Was, wenn das Schicksal mit dir nicht gnädig war? Doch was wenn der Schein, bald als „geschreddertes Dämmmaterial“ herhalten muss. Wann das sein wird weiß keiner! Also ist guter Rat teuer?

Nachdem in Geschäften, Tankstellen etc. beim Zücken einer 500 Euro Note sofort eine ausgewachsene Panik ausbricht und man befürchten muss gelyncht zu werden, ist die logische Konsequenz: EINE BANK, nicht die zum Hinsetzen, nein eine die auch Geld wechselt. Die Bank zum hinsetzen braucht man dann später.

Also hole ich frohgelaunt meinen kargen Notgroschen – meine Tochter könnte ja mal eine Zahnspange benötigen – unter der Matratze hervor, wo er mittlerweile sicherer ist als auf jeder Bank. Abgesehen davon das man keine Zinsen mehr bekommt aber KEST bezahlt. Zuversichtlich schreite ich sodann zur Tat und zur nächstgelegen Bank, in dem Fall eine Filiale der „Postsparkasse“. Am Schalter zücke ich, plötzlich irgendwie mit unguten Wallungen, den Megaschein und bitte um wechseln in Hunderter.

Der Schaltersklave fragte höflich aber bestimmt: „ Haben Sie ein PSK oder BAWAG- Konto?“ Ich „Nein, warum?“. Er: “In diesem Fall darf ich leider nicht wechseln“. Ob ich in der Sekunde meine Gesichtsfarbe gewechselt habe, keine Ahnung, aber vom Donner gerührt stieg Ungläubigkeit in mir auf und ich brachte noch ein „Das ist aber nicht Ihr Ernst“ heraus! Ich wartete eine Antwort erst gar nicht ab und wollte nur noch raus bevor ich eine 500 Euroscheinpanik auslöse oder selbst explodiere.

Jetzt wollte ich es wissen. Die nächste Bank, zugegeben die „Bank Austria“ und die „Hausbank“ der Besten Ehefrau von allen, war gleich erreicht. Gewappnet mit der vorigen Erfahrung und dementsprechend eingestellt schritt ich hocherhobenen Hauptes selbstbewusst zum Schalter. Der dortige Lohnsklave herrschte mich unvermittelt an „Sie müssen eine Nummer ziehen“! Nicht darauf eingehend zog ich nun doch angstvoll, ich könnte eine Panik auslösen, den Fünfhunderter aus der Brieftasche und meinte: „Ich möchte nur wechseln“. Es kam wie es kommen musste: “Haben Sie ein Konto bei uns?“ Auf diese Frage vorbereitet, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen: „WARUM?“

Der Schulmeister erklärte: „Wenn Sie bei uns ein Konto haben, müssen sie den Betrag auf ihr Konto einzahlen und können es dann in kleinen Scheinen wieder abheben“. Erschüttert über diesen Blödsinn, Schildbürgerstreich oder was auch immer, den der „Befehlsempfänger“ hier zum Bestem gab verließ ich „Nein Danke hauchend“ die Bank in der der Kunde schon beim Eintritt zur Nummer degradiert und zugleich vermutlich auch für blöd gehalten wird.

Jetzt brauchte ich mal schnell die oben erwähnte Bank, die zum Hinsetzen nämlich. Weil ohne die wäre ich zusammengeklappt wie mein 500 in der Brieftasche.

Okay, also mal auf die Schnelle 500 € Euro zu wechseln ist nicht drin, aber warum sollte man 500 € einzahlen um sie dann wieder abzuheben. Schwarzgeld, Falschgeld, Geldwäsche. Irgendwie stehen wir Lohn- Hartz IV-, AMS-, Mitzinsbeihilfe- Zuschuss Sklaven usw. Kassierenden ja mittlerweile unter Generalverdacht Gauner zu sein. Wer zu wenig zum Leben, aber zu viel zum Sterben hat, muss den Staat bescheißen oder Falschgeld horten.

Apropos, wir haben alle pro Kopf mehr Vermögen als Schulden, zumindest statistisch. Die Differenz, also mein Vermögen daraus, habe ich trotz nur einem Familienbankkontos und mehrmaligen Umdrehens meiner „Nutzungseinheit“, sprich Wohnung, noch nicht gefunden! Und DU?

Wie dem auch sei. Warum sollte ich also mein sauer Erspartes auf ein Konto einzahlen, um es dann wieder abzuheben. Wenn ich Pech habe muss ich mich vielleicht noch dafür beim Finanzamt oder bei welchem Amt auch immer rechtfertigen und erklären wo ich das Geld her habe. Das man sich das Geld vielleicht vom Mund abgespart hat und in gutem Glauben an die Ewigkeit sein kleines „Vermögen“ in große Scheine gewechselt hat oder mal von der Oma zugesteckt bekam, ist ja nun wirklich nur mein Bier. Es heißt ja nicht umsonst nur Bares ist Wahres.

Wie geht es nun aber weiter:

Sprichwörtlich sitze ich noch verdächtig sinnierend, in einem verdächtigen Park auf dem „verdächtigen“ Schein. Wäre es dunkel die Polizei hätte mich bestimmt verhaftet. Am Morgen würde in der Zeitung stehen: „Verdächtiger Geldschein festgenommen“.

Noch ist Tag – ich wage einen weiteren Anlauf. Die Volksbank steht auf der Liste, mittlerweile komme ich mir selbst fast schon wie ein Gauner vor, und so betrete ich die Filiale. Eine am Schalter arbeitende junge Dame begrüßt mich höflich. Ich bringe meine Anliegen vor und bitte mir den Schein zu wechseln, in der stillen Hoffnung keine Fälschung zu überreichen. Die junge Dame, früher durfte man ja noch „Fräulein“ sagen, nahm ohne mit der Wimper zu zucken den Schein, prüfte ihn und fragte: „Wie wollen sie es haben?“ gab mir gewünschtes, wir verabschiedeten uns und HURRA ich war diese verdächtigen, verdammten „Fetzen“ los, aber gleich „arm“ wie vorher.

Da bin ich doch glatt noch mal davon gekommen! Ich bin nicht vom Glauben, vorausgesetzt ich hätte einen, abgefallen. Ich weiß nur eines: Hätte ich noch meine OMA, ich würde SIE zur Bank schicken.

Weitere Informationen:
sz-online.de
konsument.at
finanzen.net

Spread the love
  •   
  •   
  •   
  •   
  •   
  •   
  •  

Verwandte Beiträge

-Wie ist deine Meinung zum Thema?